Austriebs-Spritzmittel Para Sommer
Austriebs-Spritzmittel Para Sommer von Cheminova Deutschland GmbH ist ein bewährtes, ölasiertes Pflanzenschutzmittel zur gezielten Bekämpfung saugender Schaderreger. Mit einem Gehalt von 654 g/l Paraffinöl ist das Produkt speziell für die Austriebsspritzung sowie für spätere Sommeranwendungen formuliert. Es deckt ein breites Spektrum an Schädlingen ab, die in bedeutenden Kulturen wie Weinreben, Kern- und Steinobst, Kartoffeln sowie Zierpflanzen wirtschaftliche Schäden verursachen.
Die Formulierung zeichnet sich durch eine hervorragende Haftung und Benetzung auf den holzigen Pflanzenteilen sowie auf dem Laub aus. Dadurch werden auch versteckt sitzende Schaderreger wie Schildlaus-Arten, Spinnmilben und spezifische Gallmilben (darunter die Rebstock-Kräuselmilbe und die Rebenpockenmilbe) zuverlässig erfasst. Im Kartoffelanbau dient das Mittel zudem als wichtiger Baustein zur Abwehr von Blattläusen, die als gefährliche Virusvektoren fungieren.
Als unverzichtbares Werkzeug im integrierten Pflanzenschutz ermöglicht dieses Produkt einen sauberen Start in die Vegetationsperiode. Indem der Schädlingsdruck bereits im Knospenstadium drastisch gesenkt wird, lässt sich der Bedarf an chemisch-synthetischen Behandlungen im weiteren Jahresverlauf spürbar minimieren.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der Wirkstoff Paraffinöl besitzt einen rein physikalischen Wirkungsmechanismus. Nach der Applikation bildet das Öl einen feinen, luftundurchlässigen Film, der die Ziel-Schaderreger – wie Schildläuse, Spinnmilben oder deren überwinternde Eistadien – vollständig umschließt. Dieser Film verstopft die Atemöffnungen (Tracheen und Stigmen) der Schädlinge, was rasch zum Erstickungstod führt. Zusätzlich dringt das Paraffinöl in die schützenden Wachsschichten von Insekteneiern und Schildlauspanzern ein, löst diese an und stört die strukturelle Integrität der Eihülle. Da es sich um ein rein mechanisches Wirkprinzip ohne spezifischen biochemischen Angriffspunkt handelt, ist eine physiologische Resistenzentwicklung der Schaderreger ausgeschlossen.
Resistenzmanagement
Aufgrund des rein physikalischen Wirkungsmechanismus von Paraffinöl gibt es keine Einstufung in die klassischen IRAC-Wirkstoffgruppen und kein Risiko für eine Resistenzbildung. Austriebs-Spritzmittel Para Sommer eignet sich daher hervorragend für dein integriertes Resistenzmanagement. Durch den gezielten Einsatz zu Saisonbeginn reduzierst du den Selektionsdruck auf nachfolgend eingesetzte, systemische oder kontaktwirksame Insektizide und Acarizide erheblich.
Mischbarkeit & Tankmischung
Beim Ansetzen von Tankmischungen mit ölhaltigen Produkten ist höchste Sorgfalt geboten. Befülle den Spritztank zunächst mit der benötigten Wassermenge, starte das Rührwerk und gib das Produkt langsam hinzu, um eine stabile Emulsion zu gewährleisten. Vermeide Mischungen mit stark sauren oder alkalischen Komponenten sowie mit Schwefel- oder Captan-Präparaten, da dies zu akuter Phytotoxizität führen kann. Führe im Zweifel vor der großflächigen Anwendung immer einen Verträglichkeitstest an einzelnen Pflanzen durch.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit dem Pflanzenschutzmittel ist die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzhandschuhen und Schutzanzug, zu tragen. Um nützliche Insekten zu schonen, sollte die Anwendung nicht in blühenden Kulturen oder an Orten stattfinden, an denen Bienen aktiv auf Nahrungssuche sind; weiche hierfür auf die späten Abendstunden aus. Achte zudem streng darauf, dass kein Abdrift in angrenzende Gewässer oder Biotopstrukturen gelangt, um aquatische Organismen und die lokale Fauna zu schützen.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Weinrebe | Spinnmilben | 1–13 | 0.4 LITER_PER_1000_SQUARE_METER | — |
| Zierpflanzen | Schildlaus-Arten | — | 1.2 LITER_PER_1000_SQUARE_METER | — |
| Zierpflanzen | Schildlaus-Arten | — | 1.2 LITER_PER_1000_SQUARE_METER | — |
| Zierpflanzen | Schildlaus-Arten | — | 1.2 LITER_PER_1000_SQUARE_METER | — |
| Weinrebe | Schildlaus-Arten | 1–13 | 4 LITER_PER_HECTARE | — |
| Kernobst | Spinnmilben | 10–59 | 15 LITER_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT | — |
| Steinobst | Spinnmilben | 10–59 | 15 LITER_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT | — |
| Kartoffel | Blattläuse als Virusvektoren | — | 7 LITER_PER_HECTARE | — |
| Weinrebe | Rebstock-Kräuselmilbe (Calepitrimerus vitis), Rebenpockenmilbe (Eriophyes vitis) | 1–13 | 4 LITER_PER_HECTARE | — |
| Weinrebe | Spinnmilben | 0–13 | 4 LITER_PER_HECTARE | — |
| Zierpflanzen | Schildlaus-Arten | — | 12 LITER_PER_HECTARE | — |
| Kartoffel | Blattläuse als Virusvektoren | — | 7 LITER_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wann ist für dich der optimale Zeitpunkt für eine Austriebsspritzung?
Der beste Zeitpunkt liegt im frühen Frühjahr bei beginnendem Knospenschwellen bis zum Knospenaufbruch (BBCH 00 bis 09, je nach Kultur auch bis BBCH 59). Achte darauf, dass die Temperaturen stabil über 5 °C liegen und kein Frost droht, damit der schützende Ölfilm gleichmäßig auf dem Holz trocknen kann und keine Schäden an den Knospen entstehen.
Warum musst du bei der Anwendung besonders auf eine tropfnasse Benetzung achten?
Da das Pflanzenschutzmittel rein physikalisch durch Erstickung wirkt, musst du die Schaderreger direkt mit dem Spritzfilm einschließen. Besonders bei Schildläusen oder den winzigen, in Rindenritzen überwinternden Spinnmilbeneiern ist eine lückenlose, tropfnasse Spritzung aller Holzteile entscheidend für deinen Bekämpfungserfolg.
Kannst du das Produkt auch bei sommerlichen Temperaturen spritzen?
Obwohl das Produkt für Sommeranwendungen zugelassen ist, solltest du Behandlungen bei praller Sonne oder Temperaturen über 25 °C unbedingt vermeiden. Unter intensiver UV-Strahlung kann der Ölfilm phytotoxisch wirken und Verbrennungen an Blättern und jungen Trieben verursachen. Weiche daher lieber auf die kühleren Abendstunden aus.
Wie schützt das Mittel deine Kartoffelkulturen vor Viruserkrankungen?
In Kartoffelkulturen wird das Produkt eingesetzt, um die Übertragung von Viren (wie dem Kartoffel-Y-Virus) durch Blattläuse zu unterbinden. Der feine Paraffinölfilm auf den Blättern stört das Saugverhalten der Blattläuse mechanisch, sodass diese das Virus beim Probeanstich nicht erfolgreich auf die Kultur übertragen können.
Welche Mischungseinschränkungen solltest du im Betrieb beachten?
Sei besonders vorsichtig bei der Kombination mit schwefel- oder kupferhaltigen Produkten sowie bestimmten Fungiziden. Solche Mischungen oder kurz aufeinanderfolgende Behandlungen können schwere Blattschäden verursachen. Halte zwischen einer Ölspritzung und einer Schwefelbehandlung idealerweise einen Sicherheitsabstand von mindestens zwei Wochen ein.
Wie findest du auf agronomy.farmable.tech weitere zugelassene Produkte für deine Kulturen?
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