Athrion
Athrion ist ein hochwirksames Fungizid von BASF zur gezielten Bekämpfung der Kraut- und Knollenfäule (Phytophthora infestans) im Kartoffelanbau. Die Kombination aus den beiden komplementären Wirkstoffen Ametoctradin und Kaliumphosphonat bietet einen zuverlässigen Schutz für das Kartoffellaub sowie den nachwachsenden Neuzuwachs während der Vegetationsperiode.
Als moderne Formulierung verbindet Athrion exzellente Regenfestigkeit mit einer gleichmäßigen Verteilung auf den Blattoberflächen. Die Kombination eines Kontakt- und Lokalsystemikums mit einem voll systemischen Wirkstoff schützt nicht nur den vorhandenen Bestand, sondern unterstützt auch die Minderung des Risikos von Knolleninfektionen zur Ernte.
Das Pflanzenschutzmittel fügt sich nahtlos in professionelle Pflanzenschutzstrategien ein und wird vor allem in Phasen mit hohem Infektionsdruck und raschem Zuwachs der Kultur eingesetzt, um Ertrag und Qualität der Kartoffeln nachhaltig zu sichern.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Die Wirkungsweise von Athrion basiert auf zwei völlig unterschiedlichen biochemischen Mechanismen. Der Wirkstoff Ametoctradin gehört zur chemischen Klasse der Triazolo-Pyrimidiningruppe (FRAC-Gruppe 45). Er hemmt gezielt den Komplex III der mitochondrialen Atmungskette von Oomyceten an der Qo-Bindungsstelle, wodurch die Energieversorgung der Sporen und des Myzels unterbrochen wird. Ametoctradin wirkt vor allem präventiv, indem es die Keimung von Zoosporen und die Infektionsbildung auf der Blattoberfläche stoppt. Kaliumphosphonat (FRAC-Gruppe P 07) ergänzt diese Schutzwirkung durch eine zweifache Funktion: Es besitzt eine direkte hemmernde Wirkung auf das Myzelwachstum des Erregers und aktiviert gleichzeitig die pflanzeneigenen Abwehrkräfte der Kultur (induzierte Resistenz). Kaliumphosphonat wird in der Kultur akropetal und basipetal verlagert, wodurch auch neuer Zuwachs und tief liegende Gewebeschichten systematisch geschützt werden.
Resistenzmanagement
Um der Entstehung von Resistenzen gegenüber Ametoctradin und Kaliumphosphonat vorzubeugen, solltest du Athrion stets im Rahmen eines vorausschauenden Antiresistenzmanagements einsetzen. Wechsel das Pflanzenschutzmittel in der Behandlungsfolge regelmäßig mit Fungiziden aus anderen FRAC-Wirkstoffklassen ab (wie beispielsweise CAA-Inhibitoren, QiI oder Multisite-Wirkstoffen). Begrenze die Anzahl der Behandlungen mit Athrion pro Saison auf die zugelassenen Höchstanwendungen und vermeide isolierte Daueranwendungen, um den Selektionsdruck auf *Phytophthora infestans* dauerhaft niedrig zu halten.
Mischbarkeit & Tankmischung
Für eine optimale Wirkung musst du auf eine gründliche und gleichmäßige Benetzung der Kultur achten. Athrion lässt sich in der Regel gut mit gängigen Insektiziden und Ergänzungsdüngern mischen. Beim Ansetzen der Spritzbrühe solltest du Athrion zuerst in den mit Wasser teilbefüllten Tank geben und gründlich einmischen, bevor weitere Mischpartner hinzugefügt werden. Vermeide extrem saure oder stark alkalische pH-Werte des Spritzwassers, da diese die Stabilität der Wirkstoffe beeinträchtigen können. Bei unklares Verträglichkeit von Mehrfachmischungen empfiehlt sich vorab ein kleiner Mischversuch.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit dem Pflanzenschutzmittel musst du die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA) tragen, wie Schutzhandschuhe, einen geeigneten Schutzanzug und Augenschutz beim Ansetzen der Spritzbrühe. Zum Schutz von Gewässern und Nichtzielorganismen sind die gesetzlichen Vorgaben zur Abdriftminderung strikt einzuhalten. Behandle nicht in unmittelbarer Nähe von Oberflächengewässern ohne entsprechende Pufferzonen. Zum Schutz von Bestäubern solltest du Behandlungen außerhalb des Bienenflugs durchführen und die Anwendung bevorzugt in die Abendstunden legen, um blütenbesuchende Insekten nicht zu gefährden.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Kartoffel | Phytophthora infestans | 21–89 | 3.2 LITER_PER_HECTARE | 7T |
Häufige Fragen
Wann ist der beste Zeitpunkt für den Einsatz von Athrion in Kartoffeln?
Der Einsatz empfiehlt sich ab dem Beginn des Reihenschlusses bis in die spätere Abreifephase, insbesondere bei kühler bis feuchtwarmem Witterung und starkem Zuwachs, wenn das Infektionsrisiko durch Phytophthora hoch ist.
Warum vereint Athrion zwei verschiedene Wirkstoffgruppen?
Ametoctradin wirkt lokal-kontaktmikrobid und blockiert die Sporenkeimung auf dem Blatt, während Kaliumphosphonat voll systemisch verlagert wird und die eigenen Abwehrkräfte der Kultur aktiviert.
Wie schützt Athrion den Neuzuwachs nach der Anwendung?
Durch die hohe Systemik des Kaliumphosphonats wird der Wirkstoff mit dem Saftstrom in neu gebildete Blätter transportiert, wodurch auch Pflanzenteile geschützt werden, die zum Spritzzeitpunkt noch nicht vorhanden waren.
Worauf solltest du bei der Ausbringung hinsichtlich der Abdrift achten?
Verwende abdriftmindernde Düsen der vorgegebenen Abdriftminderungsklasse und achte auf angepassten Spritzdruck sowie moderate Fahrgeschwindigkeiten, um den Eintrag in angrenzende Saumstrukturen und Gewässer zu vermeiden.
Wie fügt sich Athrion optimal in deine Spritzfolge ein?
Da Athrion zwei unterschiedliche Wirkungsweisen (FRAC 45 und P 07) kombiniert, eignet es sich hervorragend als Baustein im Wechsel mit Fungiziden anderer Wirkstoffklassen, um das Risiko einer Resistenzbildung gering zu halten.