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ATAPHOS-K

BVL Zul.-Nr. 008838-64

ATAPHOS-K ist ein hochkonzentriertes, flüssiges Pflanzenschutzmittel zur gezielten Bekämpfung des Falschen Mehltaus (Plasmopara viticola) im Weinbau. Mit einem Wirkstoffgehalt von 726 g/l Kaliumphosphonat bietet dieses Präparat eine hervorragende systemische Wirkung, die sowohl über die Blätter als auch über die Wurzeln aufgenommen wird. Es dient Weinbauern als zuverlässiger Baustein im integrierten Pflanzenschutz, um die Vitalität der Reben in kritischen Infektionsphasen zu sichern.

Die flüssige Formulierung zeichnet sich durch eine exzellente Löslichkeit und einfache Handhabung bei der Applikation aus. Durch die schnelle Verteilung des Wirkstoffs in der gesamten Kultur wird ein langanhaltender Schutz aufgebaut, der auch den Neuzuwachs effektiv vor dem gefürchteten Schaderreger schützt. ATAPHOS-K hat sich als fester Bestandteil moderner Spritzfolgen etabliert, besonders in Phasen mit hohem Infektionsdruck.

Wirkstoffe

Kaliumphosphonat (Kaliumphosphit)
726 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der Wirkstoff Kaliumphosphonat (zugeordnet der FRAC-Gruppe P07) besitzt einen dualen Wirkungsmechanismus. Einerseits wirkt er direkt fungizid auf den Schaderreger, indem er das Myzelwachstum und die Sporenbildung von Plasmopara viticola hemmt. Andererseits induziert er die natürlichen Selbstverteidigungsmechanismen der Kultur (Systemic Acquired Resistance, SAR). Dies führt zu einer verstärkten Produktion von Phytoalexinen und einer strukturellen Festigung der Zellwände, wodurch das Eindringen des Pilzes erschwert wird. Dank seiner vollkommen systemischen Eigenschaften verteilt sich der Wirkstoff rasch in allen Pflanzenteilen. Dies gewährleistet, dass auch nach der Behandlung entstehender Neuzuwachs sowie die Gescheine und Trauben von innen heraus geschützt sind.

Resistenzmanagement

Aufgrund des multisite-ähnlichen Charakters und der Stimulierung der pflanzeneigenen Abwehrkräfte gilt das Risiko einer Resistenzentwicklung bei Kaliumphosphonat als äußerst gering. Dennoch solltest du im Sinne eines nachhaltigen Resistenzmanagements ATAPHOS-K stets im Wechsel mit Fungiziden anderer Wirkstoffklassen einsetzen. Die Integration in eine durchdachte Spritzfolge verhindert die Selektion resistenter Stämme des Falschen Mehltaus nachhaltig.

Mischbarkeit & Tankmischung

ATAPHOS-K ist im Allgemeinen gut mit gängigen Pflanzenschutzmitteln und Blattdüngern im Weinbau mischbar. Bei der Erstellung von Tankmischungen solltest du jedoch beachten, dass Kaliumphosphonat den pH-Wert der Spritzbrühe beeinflussen kann. Vermeide Mischungen mit stark sauren oder stark alkalischen Produkten sowie mit bestimmten Kupferpräparaten bei empfindlichen Rebsorten, um Phytotoxizität auszuschließen. Führe im Zweifel vor der großflächigen Anwendung einen kleinen Mischungs- und Verträglichkeitstest durch.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit ATAPHOS-K ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzhandschuhen und Schutzbrille, unerlässlich. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse vorgegeben ist, solltest du aus Vorsorgegründen Anwendungen nicht in blühende Bestände oder an Orten durchführen, an denen Bienen aktiv auf Nahrungssuche sind; verlege die Behandlung vorzugsweise in die späten Abendstunden. Achte zudem darauf, dass keine Abdrift in angrenzende Gewässer oder Saumstrukturen gelangt, um aquatische Organismen und die lokale Fauna zu schonen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
WeinrebeFalscher Mehltau (Plasmopara viticola)15–991 LITER_PER_HECTARE14T

Häufige Fragen

Ab welchem BBCH-Stadium der Weinrebe ist der Einsatz von ATAPHOS-K am sinnvollsten?

Du kannst ATAPHOS-K ab dem BBCH-Stadium 15 (5. Laubblatt entfaltet) bis hin zur späten Phase vor der Ernte einsetzen. Besonders effektiv ist die Anwendung vorbeugend vor den ersten Infektionsperioden im Frühjahr, um die Kultur frühzeitig zu immunisieren und den Grundstein für eine gesunde Saison zu legen.

Wie profitiert der Neuzuwachs der Rebe von der systemischen Wirkung?

Da Kaliumphosphonat vollkommen systemisch ist, wird es nach der Aufnahme aktiv in der gesamten Kultur verteilt – sowohl nach oben in die Triebspitzen (akropetal) als auch nach unten (basipetal). Dadurch wird auch der nach der Behandlung entstehende Neuzuwachs kontinuierlich vor dem Falschen Mehltau geschützt.

Kann ich ATAPHOS-K mit Kupferpräparaten in einer Tankmischung kombinieren?

Ja, eine Mischung ist in vielen Fällen möglich und kann die Wirkung gegen den Falschen Mehltau synergistisch unterstützen. Du solltest jedoch vorsichtig sein, da die Kombination bei manchen Rebsorten oder unter extremen Witterungsbedingungen das Risiko von Blattschäden erhöhen kann. Führe im Zweifel immer einen kleinen Verträglichkeitstest durch.

Warum ist die vorbeugende Anwendung bei diesem Pflanzenschutzmittel so wichtig?

ATAPHOS-K entfaltet seine beste Wirkung, wenn du es präventiv applizierst. Da ein wesentlicher Teil der Wirkung auf der Aktivierung der pflanzeneigenen Abwehrkräfte beruht, benötigt die Kultur etwas Zeit, um diese Barrieren aufzubauen. Warte daher nicht, bis bereits deutliche Symptome des Schaderregers im Weinberg sichtbar sind.

Beeinflusst die Anwendung von ATAPHOS-K die spätere Weinbereitung oder die Gärung?

Bei Einhaltung der vorgeschriebenen Wartezeit von 14 Tagen und der sachgerechten Aufwandmenge sind keine negativen Auswirkungen auf die Mostgärung, den Weinausbau oder die sensorischen Eigenschaften des fertigen Weins zu befürchten.

Wie verhalte ich mich, wenn es kurz nach der Behandlung regnet?

Dank der schnellen systemischen Aufnahme dringt der Wirkstoff rasch in das Blattgewebe ein. Wenn zwischen der Anwendung und dem Regenereignis mindestens ein bis zwei Stunden Trockenzeit lagen, ist das Mittel in der Regel bereits regenfest. Bei extremen Niederschlägen direkt nach der Spritzung solltest du die Infektionslage jedoch genau beobachten.