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Sonstige · Detia Freyberg GmbH

ARVALIN

BVL Zul.-Nr. 007851-00

ARVALIN von Detia Freyberg GmbH ist ein bewährtes und hochwirksames Pflanzenschutzmittel zur gezielten Bekämpfung von Feldmäusen. Als gebrauchsfertiger Köder ist es speziell für den Einsatz in verschiedenen Kulturen wie dem Ackerbau, Grünland, Obst- und Weinbau sowie der Forstwirtschaft zugelassen. Die Feldmaus stellt in vielen landwirtschaftlichen Betrieben einen bedeutenden Schaderreger dar, der durch Loch- und Gangfraß sowie das Annagen von Wurzeln und Rinden erhebliche wirtschaftliche Schäden verursachen kann.

Die Formulierung zeichnet sich durch eine hohe Attraktivität für die Nagetiere aus, was eine schnelle Köderaufnahme garantiert. Durch die gezielte Anwendung direkt im Bau des Schaderregers wird eine hohe Effizienz bei gleichzeitig minimalem Risiko für die Umwelt und Nichtzielorganismen erreicht. ARVALIN hat sich im professionellen Pflanzenschutz als Standardlösung etabliert, um Massenvermehrungen von Feldmäusen effektiv einzudämmen.

Wirkstoffe

Zinkphosphid
25 g/kg · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der Wirkstoff in ARVALIN ist Zinkphosphid (25,0 g/kg). Nach der Aufnahme des Köders durch die Feldmaus reagiert das Zinkphosphid im sauren Milieu des Magens mit der Magensäure. Bei dieser chemischen Reaktion wird hochgiftiger Phosphorwasserstoff (Monophosphan) freigesetzt. Dieses Gas dringt rasch in die Blutbahn ein und blockiert die Zellatmung, indem es wichtige Enzyme der Atmungskette (insbesondere die Cytochrom-c-Oxidase) hemmt. Dieser biochemische Prozess führt innerhalb kurzer Zeit zu einem Kreislaufkollaps und dem schmerzlosen Tod des Nagetiers, meist tief im Inneren seines Baus. Da die Wirkung relativ schnell, aber mit einer gewissen Verzögerung eintritt, wird eine sofortige Warnung der Artgenossen verhindert.

Resistenzmanagement

Bei der Bekämpfung von Nagetieren mit Zinkphosphid-Ködern steht das Risiko einer Köderscheu im Vordergrund, weniger eine klassische physiologische Resistenzentwicklung. Wenn Feldmäuse eine subletale Dosis aufnehmen und die Vergiftung überleben, assoziieren sie den Köder mit Unwohlsein und meiden ihn künftig. Um dies zu verhindern, solltest du ARVALIN stets in der empfohlenen Aufwandmenge ausbringen und die Köder verdeckt tief in den Gängen platzieren. Integriere zudem mechanische und biologische Maßnahmen, wie die Förderung von Greifvögeln durch Sitzstangen oder eine gezielte Bodenbearbeitung, in dein Management.

Mischbarkeit & Tankmischung

Da es sich bei ARVALIN um einen festen, gebrauchsfertigen Köder handelt, ist eine Tankmischung mit flüssigen Pflanzenschutzmitteln oder Düngemitteln ausgeschlossen und technisch nicht vorgesehen. Der Köder muss absolut trocken ausgebracht werden, da Feuchtigkeit den Wirkstoff vorzeitig zersetzen und die Attraktivität für die Schaderreger mindern würde. Achte darauf, dass bei der Anwendung keine Vermischung mit anderen Präparaten im Applikationsgerät stattfindet.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit ARVALIN ist der Schutz von Anwender und Umwelt oberstes Gebot. Trage bei der Ausbringung stets die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung, insbesondere Schutzhandschuhe und feste Arbeitskleidung, um direkten Hautkontakt mit dem Wirkstoff zu vermeiden. Da der Köder für Vögel und andere Säugetiere hochgradig giftig ist, darf er niemals offen auf der Bodenoberfläche verbleiben. Verwende für die Applikation eine geeignete Legeflinte, um die Köder tief und unzugänglich im Gangsystem der Feldmäuse zu platzieren. Vermeide Anwendungen in unmittelbarer Nähe von Gewässern und achte darauf, dass keine Haustiere oder Wildtiere Zugang zu den behandelten Flächen erhalten. Da das Mittel verdeckt im Boden angewendet wird, besteht bei sachgemäßer Anwendung kein direktes Risiko für Bienen oder andere Blütenbesucher; dennoch solltest du die Anwendung nicht auf Flächen mit blühendem Unterwuchs durchführen, wenn Bienen aktiv fliegen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
ObstkulturenFeldmaus2 KILOGRAM_PER_HECTARE
ObstkulturenFeldmaus2 KILOGRAM_PER_HECTARE
ZierpflanzenFeldmaus2 KILOGRAM_PER_HECTARE
ZierpflanzenFeldmaus2 KILOGRAM_PER_HECTARE
WeinrebeFeldmaus2 KILOGRAM_PER_HECTARE
GemüsekulturenFeldmaus2 KILOGRAM_PER_HECTARE
GemüsekulturenFeldmaus2 KILOGRAM_PER_HECTARE
Wiesen, WeidenFeldmaus2 KILOGRAM_PER_HECTARE
Wiesen, WeidenFeldmaus2 KILOGRAM_PER_HECTARE
AckerbaukulturenFeldmaus2 KILOGRAM_PER_HECTARE
ForstpflanzenFeldmaus2 KILOGRAM_PER_HECTARE
AckerbaukulturenFeldmaus2 KILOGRAM_PER_HECTARE
WeinrebeFeldmaus2 KILOGRAM_PER_HECTARE
ForstpflanzenFeldmaus2 KILOGRAM_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wie bringst du ARVALIN am besten aus, um Nichtzielorganismen zu schützen?

Du solltest den Köder unbedingt verdeckt anwenden. Verwende hierzu eine geeignete Legeflinte, mit der du die vorgeschriebene Aufwandmenge tief in die Gänge der Feldmäuse einbringst. Achte penibel darauf, dass keine Köder an der Oberfläche zurückbleiben, damit Vögel, Haustiere oder anderes Wild sie nicht aufnehmen können.

Welchen Einfluss hat das Wetter auf den Erfolg deiner Behandlung?

Das Wetter spielt eine entscheidende Rolle für die Wirksamkeit. Du solltest ARVALIN nur bei trockener Witterung ausbringen. Feuchtigkeit oder starker Regen führen dazu, dass sich der Wirkstoff Zinkphosphid vorzeitig zersetzt und unwirksam wird. Zudem sind Feldmäuse bei trockenem Wetter aktiver und nehmen den Köder schneller auf.

Wie stellst du fest, ob ein Feldmausbau überhaupt noch aktiv bewohnt ist?

Führe vor der Behandlung die sogenannte Trittmethode durch. Tritt dazu am Vortag der geplanten Anwendung einige Gangöffnungen auf einer Testfläche zu. Wenn diese Löcher innerhalb von 24 Stunden von den Feldmäusen wieder geöffnet werden, ist der Bau aktiv bewohnt und eine gezielte Behandlung mit ARVALIN ist an diesen Stellen sinnvoll.

Kannst du ARVALIN auch vorbeugend auf deinen Flächen ausbringen?

Nein, eine vorbeugende Anwendung ist weder zulässig noch fachlich sinnvoll. Du darfst ARVALIN erst dann einsetzen, wenn durch eine sorgfältige Befallserhebung (z. B. Lochzählung oder Trittmethode) ein akuter Befall festgestellt wurde und die wirtschaftliche Schadensschwelle in deiner Kultur überschritten ist.

Warum ist die Einhaltung der exakten Aufwandmenge bei diesem Köder so wichtig?

Wenn du eine zu geringe Menge ausbringst, nehmen die Feldmäuse eventuell nur eine subletale Dosis auf. Sie überleben die Vergiftung, entwickeln eine sogenannte Köderscheu und meiden den Wirkstoff Zinkphosphid in Zukunft komplett. Eine exakte Dosierung sichert den Bekämpfungserfolg und verhindert diese Verhaltensresistenz.

Was musst du tun, wenn nach der Anwendung noch Köderreste im Gerät verbleiben?

Entleere dein Applikationsgerät nach der Arbeit vollständig und fülle ungenutzte Köder zurück in die Originalverpackung. Lagere das Pflanzenschutzmittel stets trocken, kühl und absolut kindersicher unter Verschluss. Entsorge eventuelle Reste oder verunreinigte Verpackungen niemals über den Hausmüll, sondern ausschließlich über die dafür vorgesehenen Sammelstellen für Sonderabfälle.