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Sonstige · Barclay Chemicals (R&D) Ltd.

ARRVA

BVL Zul.-Nr. 028450-60

ARRVA von Barclay Chemicals (R&D) Ltd. ist ein selektives Herbizid zur Bekämpfung von zweikeimblättrigen Unkräutern in Getreidekulturen. Die flüssige Formulierung vereint die drei bewährten systemischen Wirkstoffe Clopyralid (36,9 g/l), Fluroxypyr (72,0 g/l) und MCPA (277,3 g/l). Diese Wirkstoffkombination sorgt für eine breite Erfassung sowohl einjähriger als auch schwer bekämpfbarer ausdauernder Laubunkräuter im Frühjahr.

Das Pflanzenschutzmittel zeigt eine ausgeprägte Wirkung gegen ertragsrelevante Schaderreger wie Klettenlabkraut, Kamille-Arten, Ackerdistel sowie verschiedene Knöterich- und Knöterichverwandte Arten. Es ist für den Einsatz in einer Vielzahl von Winter- und Sommergetreidekulturen zugelassen, darunter Weizen, Gerste, Roggen, Hafer und Triticale.

Die Anwendung erfolgt flexibel im Frühjahr ab dem Bestockungsstadium bis zum Erscheinen des Fahnenblatts (BBCH 24–39). Durch die systemische Aufnahme über das Blattgewebe wird der Wirkstoff bis in die Wurzelspitzen transportiert, was auch bei tiefwurzelnden Unkräutern eine nachhaltige Bekämpfung gewährleistet.

Wirkstoffe

Clopyralid
36.9 g/L · Wirkstoff
Fluroxypyr
72 g/L · Wirkstoff
MCPA
277.3 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die in ARRVA enthaltenen Wirkstoffe Clopyralid, Fluroxypyr und MCPA gehören chemisch zur Gruppe der synthetischen Auxine (HRAC-Gruppe 4 / HRAC Group O). Sie simulieren das natürliche Pflanzenhormon Indol-3-Essigsäure (Auxin) in den Zielunkräutern, was zu einer Überstimulation der Wachstumsprozesse führt. Nach der Aufnahme über die Blätter verlagern sich die Wirkstoffe akropetal und basipetal im Phloem der Pflanzen. In den Meristemen der Unkräuter kommt es zu unkontrollierten Zellteilungen und Zellstreckungen. Dies führt zu charakteristischen Schadsymptomen wie Stängel- und Blattverkrümmungen (Epinastie), Gewebeaufplatzungen und dem anschließenden Zusammenbruch des leitenden Gewebes. Monokotyle Kulturen wie Getreide können die Wirkstoffe durch rasche metabolische Inaktivierung tolerieren.

Resistenzmanagement

Die Wirkstoffe aus der HRAC-Gruppe 4 weisen ein im Allgemeinen geringes bis mittleres Resistenzrisiko auf. Zur Vermeidung von Selektionsdruck solltest du Herbizide mit synthetischen Auxinen im Wechsel mit anderen Wirkstoffklassen (z. B. ALS-Hemmern der HRAC-Gruppe 2) innerhalb der Fruchtfolge einsetzen. Achte zudem auf eine vollständige Aufwandmenge unter optimalen wüchsigen Bedingungen und integriere ackerbauliche Maßnahmen wie eine vielseitige Fruchtfolge und mechanische Unkrautbekämpfung.

Mischbarkeit & Tankmischung

ARRVA lässt sich in der Regel gut mit gängigen Fungiziden, Halmverkürzern und Insektiziden kombinieren, die im Frühjahr in Getreidekulturen eingesetzt werden. Mischungen sollten jedoch nicht unter extremer Witterungsbelastung wie Hitze, Trockenstress oder nach Nachtfrösten ausgebracht werden, um Kulturschäden zu vermeiden. Vor dem Ansetzen komplexer Tankmischungen empfiehlt sich eine Mischprobe im kleinen Maßstab sowie das genaue Beachten der Mischreihenfolge.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Ansetzen der Spritzbrühe und bei der Ausbringung ist die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (Schutzanzug, Schutzhandschuhe) zu tragen, um Haut- und Augenkontakt zu vermeiden. Der Eintrag von Pflanzenschutzmitteln in Oberflächengewässer oder angrenzende Saumbiotope muss durch sachgerechten Einsatz und Vermeidung von Abdrift verhindert werden. Zum Schutz von Bestäubern solltest du Behandlungen nicht in blühende Bestände oder auf blühende Unkräuter ausbringen und bevorzugt in den Abendstunden spritzen, wenn kein Bienenflug herrscht.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
Wiesen, WeidenZweikeimblättrige Unkräuter2.5 LITER_PER_HECTARE7T
SommerhaferEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter24–393 LITER_PER_HECTARE
SommerroggenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter24–393 LITER_PER_HECTARE
SommertriticaleEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter24–393 LITER_PER_HECTARE
SommergersteEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter24–393 LITER_PER_HECTARE
SommerweichweizenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter24–393 LITER_PER_HECTARE
WinterhaferEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter24–393 LITER_PER_HECTARE
WinterroggenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter24–393 LITER_PER_HECTARE
WintertriticaleEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter24–393 LITER_PER_HECTARE
WintergersteEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter24–393 LITER_PER_HECTARE
WinterweichweizenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter24–393 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der beste Anwendungszeitpunkt für ARRVA im Getreide?

Der optimale Behandlungszeitraum liegt im Frühjahr während der Hauptwachstumsphase der Unkräuter im BBCH-Stadium 24 bis 39 der Kultur. Wähle einen Tag mit wüchsiger Witterung, da die Unkräuter die Wirkstoffe dann besonders aktiv aufnehmen und im Gewebe verlagern.

Welche Unkräuter werden durch die Wirkstoffkombination besonders gut erfasst?

Durch die Kombination von Clopyralid, Fluroxypyr und MCPA erreichst du eine sehr gute Wirkung gegen Klettenlabkraut, Kamille-Arten, Ackerdisteln, Vogelmiere sowie Knöterich-Arten. Auch viele weitere einjährige zweikeimblättrige Unkräuter werden zuverlässig mitabgedeckt.

Wie wirken sich Temperatur und Luftfeuchte auf den Bekämpfungserfolg aus?

Wüchsige Temperaturen zwischen 10 °C und 20 °C sowie eine gute Luftfeuchtigkeit fördern die Aufnahme und systemische Wirkung der synthetischen Auxine. Bei kühler, trockener Witterung oder starkem Lichtstress verlangsamt sich die Wirkstoffaufnahme und das Ergebnis kann verzögert eintreten.

Was musst du beim Schutz empfindlicher Nachbarkulturen beachten?

Da synthetische Auxine bereits in sehr geringen Mengen Schadsymptome an empfindlichen zweikeimblättrigen Kulturen (z. B. Raps, Zuckerrüben, Sonnenblumen oder Leguminosen) verursachen können, musst du die Abdrift streng minimieren. Verwende abdriftmindernde Düsen und spritze nicht bei Windgeschwindigkeiten über 3 m/s.

Welche Rolle spielt ARRVA im Rahmen einer Antiresistenzstrategie?

Als Kombinationsprodukt aus der HRAC-Gruppe 4 stellt ARRVA einen wertvollen Baustein dar, wenn du den Wirkungsmechanismus gegenüber Sulfonylharnstoffen (ALS-Hemmern) wechseln möchtest. Der regelmäßige Wechsel der Wirkstoffgruppen verhindert die Selektion resistenter Biotypen bei Unkräutern wie Vogelmiere oder Klettenlabkraut.