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Sonstige · ADAMA Deutschland GmbH

ARRODIM

BVL Zul.-Nr. 00B059-00

ARRODIM ist ein hochwirksames, systemisches Herbizid (Graminizid) von ADAMA, das speziell für die gezielte Bekämpfung von einkeimblättrigen Unkräutern (Ungräsern) und der Gemeinen Quecke entwickelt wurde. Als Emulsionskonzentrat (EC) formuliert, dringt der Wirkstoff schnell in die Blätter der Schadgräser ein und verteilt sich systemisch in der gesamten Pflanze bis in die Wurzeln und Rhizome. Dies macht es zu einem unverzichtbaren Werkzeug in einer Vielzahl von zweikeimblättrigen Kulturen wie Raps, Rüben, Kartoffeln und Leguminosen.

Dank seiner flexiblen Zulassung in zahlreichen landwirtschaftlichen und gartenbaulichen Kulturen bietet dir ARRODIM eine hervorragende Selektivität. Es schont die zweikeimblättrigen Kulturen zuverlässig, während es selbst hartnäckige, ausdauernde Schadgräser wie die Gemeine Quecke effektiv erfasst. Das Pflanzenschutzmittel eignet sich ideal für den Nachauflauf-Einsatz, wenn die Ungräser aktiv wachsen und ausreichend Blattfläche für die Wirkstoffaufnahme gebildet haben.

Wirkstoffe

Clethodim
240 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in ARRODIM enthaltene Wirkstoff Clethodim gehört zur chemischen Klasse der Cyclohexandione (DIMs) und wird nach HRAC in die Gruppe 1 (ehemals Gruppe A) eingestuft. Der Wirkungsmechanismus basiert auf der selektiven Hemmung des Enzyms Acetyl-CoA-Carboxylase (ACCase) in den Chloroplasten von einkeimblättrigen Pflanzen. Dieses Enzym ist ein Schlüsselregulator bei der Biosynthese von Fettsäuren, die für den Aufbau von Zellmembranen im meristematischen Gewebe (Wachstumszonen) essenziell sind. Zweikeimblättrige Kulturen besitzen eine unempfindliche Form dieses Enzyms, was die hohe Selektivität des Herbizids erklärt. Nach der schnellen Aufnahme über das Blattgewebe wird Clethodim akropetal und basipetal in die aktiven Wachstumszonen der Triebe und Wurzeln transportiert. Innerhalb weniger Tage nach der Behandlung stoppt das Wachstum der Schadgräser. Die jüngsten Blätter verfärben sich zunächst chlorotisch, gefolgt von Nekrosen an den Vegetationspunkten, bis die gesamte Pflanze schließlich vollständig abstirbt. Dieser Prozess kann je nach Witterung ein bis drei Wochen dauern.

Resistenzmanagement

Da Clethodim zur HRAC-Gruppe 1 gehört, besteht bei wiederholter, einseitiger Anwendung ein hohes Risiko für die Selektion resistenter Biotypen (insbesondere bei Ackerfuchsschwanz oder Windhalm). Um die Wirksamkeit von ARRODIM langfristig zu sichern, solltest du ein konsequentes Resistenzmanagement betreiben. Wechsle den Wirkstoff im Rahmen der Fruchtfolge gezielt mit Herbiziden aus anderen HRAC-Klassen ab (z. B. Bodenherbizide der Gruppen 15 oder 3 im Vorauflauf). Vermeide es, in derselben Saison ausschließlich ACCase-Hemmer einzusetzen, und nutze mechanische Maßnahmen sowie pflanzenbauliche Praktiken zur Unkrautunterdrückung.

Mischbarkeit & Tankmischung

ARRODIM ist in der Praxis gut mit vielen gängigen Fungiziden und Insektiziden mischbar. Um die Benetzung und die Aufnahme des Wirkstoffs durch die Wachsschicht der Gräserblätter zu optimieren, wird dringend empfohlen, ARRODIM in Kombination mit einem zugelassenen, ölbasierten Additiv (Adjuvans) auszubringen. Bei Mischungen mit breitblättrigen Herbiziden (z. B. in Rüben) kann es jedoch zu antagonistischen Effekten kommen, welche die Gräserwirkung mindern. In solchen Fällen solltest du einen zeitlichen Abstand von mehreren Tagen zwischen den Behandlungen einhalten. Achte stets auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge und vermeide extrem hartes oder kaltes Spritzwasser.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit ARRODIM ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Schutzhandschuhen und Augenschutz, bei der Anmischung und Applikation obligatorisch. Da keine spezifische Bienengefährdungsklassifizierung im Datensatz vorliegt, solltest du aus Vorsorgegründen Anwendungen in blühenden Beständen oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Trachtsuche sind, vermeiden und die Behandlung bevorzugt in die Abendstunden verlegen. Um Einträge in Oberflächengewässer und Schäden an Nichtzielorganismen zu verhindern, sind Abdriften auf angrenzende Flächen strikt zu vermeiden; nutze abdriftmindernde Düsentechnik und halte dich an die allgemeinen Gewässerschutzauflagen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
Beten (Rote, Gelbe, Weiße Bete)Gemeine Quecke12–391 LITER_PER_HECTARE
FutterrübeEinjährige einkeimblättrige Unkräuter12–390.75 LITER_PER_HECTARE
KartoffelEinjährige einkeimblättrige Unkräuter12–390.75 LITER_PER_HECTARE60T
Schaf-SchwingelEinjährige einkeimblättrige Unkräuter13–290.5 LITER_PER_HECTARE
Rot-SchwingelEinjährige einkeimblättrige Unkräuter13–290.5 LITER_PER_HECTARE
Speiserüben (Stoppelrübe, Mairübe etc.)Einjährige einkeimblättrige Unkräuter12–410.75 LITER_PER_HECTARE
KartoffelGemeine Quecke12–391 LITER_PER_HECTARE60T
Speiserüben (Stoppelrübe, Mairübe etc.)Gemeine Quecke12–411 LITER_PER_HECTARE
FuttererbseEinjährige einkeimblättrige Unkräuter14–340.5 LITER_PER_HECTARE
AckerbohneGemeine Quecke14–341 LITER_PER_HECTARE
LuzerneGemeine Quecke12–391 LITER_PER_HECTARE
SpargelEinjährige einkeimblättrige Unkräuter0.75 LITER_PER_HECTARE
ErdbeereEinjährige einkeimblättrige Unkräuter0.75 LITER_PER_HECTARE28T
NadelholzEinjährige einkeimblättrige Unkräuter0.75 LITER_PER_HECTARE
Lupine-ArtenEinjährige einkeimblättrige Unkräuter14–340.5 LITER_PER_HECTARE
FutterrübeGemeine Quecke12–391 LITER_PER_HECTARE
ErdbeereEinjährige einkeimblättrige Unkräuter0.75 LITER_PER_HECTARE28T
RotkleeGemeine Quecke12–391 LITER_PER_HECTARE
LuzerneEinjährige einkeimblättrige Unkräuter13–390.75 LITER_PER_HECTARE
Beten (Rote, Gelbe, Weiße Bete)Einjährige einkeimblättrige Unkräuter12–390.75 LITER_PER_HECTARE
ErdbeereEinjährige einkeimblättrige Unkräuter0.75 LITER_PER_HECTARE28T
ZwiebelgemüseEinjährige einkeimblättrige Unkräuter13–410.75 LITER_PER_HECTARE35T
ZwiebelgemüseEinjährige einkeimblättrige Unkräuter13–410.75 LITER_PER_HECTARE56T
ZuckerrübeGemeine Quecke12–391 LITER_PER_HECTARE
KohlrübeEinjährige einkeimblättrige Unkräuter12–410.75 LITER_PER_HECTARE
BaumschulgehölzpflanzenEinjährige einkeimblättrige Unkräuter0.75 LITER_PER_HECTARE
KohlrübeGemeine Quecke12–411 LITER_PER_HECTARE
WinterrapsEinjährige einkeimblättrige Unkräuter12–190.5 LITER_PER_HECTARE
LaubholzEinjährige einkeimblättrige Unkräuter0.75 LITER_PER_HECTARE
ZuckerrübeEinjährige einkeimblättrige Unkräuter12–390.75 LITER_PER_HECTARE
RotkleeEinjährige einkeimblättrige Unkräuter13–390.75 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Behandlung der Gemeinen Quecke mit ARRODIM?

Die Gemeine Quecke bekämpfst du am besten, wenn sie aktiv wächst und eine Wuchshöhe von etwa 15 bis 20 cm erreicht hat (meist ab dem 3-Blatt-Stadium). Zu diesem Zeitpunkt ist genügend Blattfläche vorhanden, um eine ausreichende Wirkstoffmenge aufzunehmen und in die unterirdischen Rhizome zu transportieren, was für einen nachhaltigen Bekämpfungserfolg entscheidend ist.

Warum solltest du ARRODIM nicht bei extremer Trockenheit oder Hitze spritzen?

Bei starker Trockenheit oder Hitze bilden Schadgräser eine dicke Wachsschicht (Kutikula) als Verdunstungsschutz aus, was die Aufnahme des Wirkstoffs Clethodim drastisch erschwert. Zudem ist der Stoffwechsel der Pflanzen verlangsamt, wodurch der systemische Transport in die Wurzeln gehemmt wird. Behandle daher bevorzugt in den kühleren Morgen- oder Abendstunden bei ausreichender Luftfeuchtigkeit.

Kannst du ARRODIM direkt mit Herbiziden gegen zweikeimblättrige Unkräuter mischen?

Davon ist in vielen Fällen abzuraten. Mischungen mit Herbiziden gegen breitblättrige Unkräuter (z. B. Sulfonylharnstoffe oder Wuchsstoffe) können zu einem Antagonismus führen, der die Wirkung von ARRODIM gegen Schadgräser deutlich abschwächt. Um die volle Wirkung zu sichern, solltest du zwischen der Gräserbehandlung und der Unkrautbehandlung einen zeitlichen Abstand von mindestens 3 bis 5 Tagen einplanen.

Benötigst du für die Anwendung von ARRODIM zwingend ein Zusatzmittel (Adjuvans)?

Ja, für eine optimale Wirkung gegen schwer benetzbare Schadgräser oder die Gemeine Quecke ist der Zusatz eines geeigneten, ölbasierten Additivs dringend zu empfehlen. Das Öl löst die Wachsschicht der Gräserblätter an und sorgt dafür, dass der Wirkstoff Clethodim schneller und in größerer Menge in die Pflanze eindringen kann.

Wie schnell ist ARRODIM regenfest und wann siehst du die ersten Symptome?

ARRODIM wird sehr schnell vom Blattgewebe aufgenommen und ist in der Regel bereits eine Stunde nach der Applikation regenfest. Erste sichtbare Symptome wie ein Wachstumsstopp und Verfärbungen an den jüngsten Blättern siehst du nach etwa 7 bis 10 Tagen. Das vollständige Absterben der Schadgräser kann je nach Witterung bis zu drei Wochen dauern.

Wie findest du heraus, ob ARRODIM in deiner speziellen Kultur zugelassen ist?

Nutze dafür einfach die Filterfunktionen auf unserem Agronomie-Portal. Du kannst gezielt nach deiner Kultur (z. B. Winterraps oder Zuckerrübe) und dem Schaderreger filtern, um die genauen, vom BVL genehmigten Anwendungsbestimmungen, Aufwandmengen und Wartezeiten für deinen Betrieb einzusehen.