ANTEVA
ANTEVA ist ein leistungsstarkes Kontaktfungizid, das speziell für den professionellen Einsatz im Weinbau entwickelt wurde. Mit dem bewährten Wirkstoff Folpet (800 g/kg), formuliert als hochwertiges, wasserdispergierbares Granulat (WG), bietet dieses Pflanzenschutzmittel einen zuverlässigen Schutz für deine Kulturen. Es ist im deutschen Markt fest etabliert und dient als wichtiges Fundament im integrierten Pflanzenschutz gegen wirtschaftlich bedeutende Pilzkrankheiten an Weinreben.
Das Wirkungsspektrum umfasst die gezielte vorbeugende Bekämpfung von Falschem Mehltau (Plasmopara viticola), Phomopsis (Phomopsis viticola) und Rotem Brenner (Pseudopezicula tracheiphila). Durch seine hervorragende Haftung und Regenbeständigkeit bildet das Produkt einen stabilen Schutzfilm auf den grünen Pflanzenteilen, der auch unter wechselhaften Witterungsbedingungen verlässlich wirkt und die jungen Triebe in den kritischen Phasen absichert.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der Wirkstoff Folpet gehört zur chemischen Gruppe der Phthalimide und ist im FRAC-Code als Multi-Site-Inhibitor (Gruppe M04) klassifiziert. ANTEVA wirkt rein kontaktaktiv und vorbeugend. Nach der Anwendung lagert sich der Wirkstoff auf der Oberfläche der Blätter und Gescheine an und verhindert dort effektiv das Keimen der Pilzsporen sowie das Eindringen der Keimschläuche in das Pflanzengewebe. Auf biochemischer Ebene greift Folpet an verschiedenen Stellen des pilzlichen Stoffwechsels gleichzeitig an (Multi-Site-Aktivität). Es reagiert mit den Thiolgruppen verschiedener Enzyme und Proteine im Schaderreger, was zu einer umfassenden Störung der Zellatmung und der Zellteilung führt. Da dieser Mechanismus so unspezifisch ist, haben Pilze praktisch keine Möglichkeit, einfache Resistenzen gegen diesen Wirkstoff zu entwickeln.
Resistenzmanagement
Aufgrund seiner Multi-Site-Wirkungsweise ist ANTEVA ein unverzichtbarer Baustein für dein Antiresistenzmanagement im Weinbau. Bei der Bekämpfung von Falschem Mehltau hilft der Einsatz dieses Kontaktfungizids, die Selektion resistenter Stämme gegenüber einseitig wirkenden, systemischen oder lokalsystemischen Fungiziden zu verhindern. Du solltest das Produkt strategisch in Spritzfolgen einbauen und im Wechsel mit Wirkstoffen aus anderen FRAC-Gruppen einsetzen, um die langfristige Wirksamkeit aller verfügbaren Pflanzenschutzmittel zu sichern.
Mischbarkeit & Tankmischung
ANTEVA zeichnet sich durch eine gute physikalische und chemische Mischbarkeit mit den meisten gängigen Fungiziden, Insektiziden und Blattdüngern aus, die im Weinbau verwendet werden. Bei der Erstellung von Tankmischungen solltest du stets die Gebrauchsanleitungen aller Mischpartner beachten und vorab eine kleine Mischprobe auf physikalische Verträglichkeit durchführen. Achte auf eine ausreichende Wasserqualität und vermeide extrem saures oder stark alkalisches Wasser in der Spritze, um eine optimale Stabilität der Spritzbrühe zu gewährleisten. Die Zugabe von Netzmitteln ist in der Regel nicht erforderlich, da die Formulierung bereits für eine hervorragende Benetzung optimiert ist.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit dem Pflanzenschutzmittel ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (wie Schutzanzug, Schutzhandschuhe und Augenschutz) beim Ansetzen der Spritzbrühe und während der Ausbringung obligatorisch. Um Nichtzielorganismen und die Umwelt zu schonen, solltest du Abdriften auf angrenzende Flächen und Gewässer unbedingt vermeiden. Da keine spezifische Bienen-Gefährdungsklasse im Steckbrief angegeben ist, gilt die allgemeine Vorsichtsmaßnahme: Behandle deine Kulturen vorzugsweise in den Abendstunden, wenn kein Bienenflug stattfindet, und vermeide die Anwendung direkt auf blühende Unkräuter oder Pflanzenbestände, die aktiv von Bestäubern angeflogen werden.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Weinrebe | Falscher Mehltau (Plasmopara viticola) | — | 0.4 KILOGRAM_PER_HECTARE | 28T |
| Weinrebe | Phomopsis viticola | 0–61 | 0.6 KILOGRAM_PER_HECTARE | 56T |
| Weinrebe | Roter Brenner (Pseudopezicula tracheiphila) | 0–61 | 0.6 KILOGRAM_PER_HECTARE | 56T |
| Weinrebe | Phomopsis viticola | 0–61 | 0.6 KILOGRAM_PER_HECTARE | 28T |
| Weinrebe | Falscher Mehltau (Plasmopara viticola) | — | 0.4 KILOGRAM_PER_HECTARE | 56T |
| Weinrebe | Roter Brenner (Pseudopezicula tracheiphila) | 0–61 | 0.6 KILOGRAM_PER_HECTARE | 28T |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Zeitpunkt für die erste Behandlung mit ANTEVA gegen Phomopsis und Roten Brenner?
Die Behandlungen gegen Phomopsis (Schwarzfleckenkrankheit) und Roten Brenner sollten sehr früh in der Saison beginnen. Sobald die ersten grünen Pflanzenteile sichtbar sind (ab BBCH 09 bis BBCH 15), ist die Infektionsgefahr bei feucht-warmer Witterung hoch. Da ANTEVA rein protektiv wirkt, musst du den Schutzfilm vor den ersten Regenfällen aufbauen, um die jungen Triebe effektiv zu schützen.
Warum endet das registrierte Anwendungsfenster von ANTEVA bei BBCH 61?
Das BBCH-Stadium 61 markiert den Beginn der Blüte. Bis zu diesem Zeitpunkt ist der Aufbau einer soliden, vorbeugenden Schutzbarriere gegen Primärinfektionen des Falschen Mehltaus besonders kritisch. Nach der Blüte kommen meist andere, systemische oder teilsystemische Wirkstoffe zum Einsatz, die auch den raschen Zuwachs der Gescheine und Beeren von innen heraus schützen können.
Wie verhält sich ANTEVA bei Niederschlägen kurz nach der Anwendung?
Dank seiner modernen Formulierung haftet der Wirkstoff Folpet nach dem Antrocknen sehr gut auf der Wachsschicht der Blätter. Ein leichter Regen kurz nach dem Antrocknen wäscht den Belag nicht sofort ab. Bei anhaltenden, starken Niederschlägen und schnellem Neuzuwachs der Reben musst du jedoch das Spritzintervall verkürzen, da neu gewachsene Blätter nicht durch den alten Spritzbelag geschützt sind.
Kann ich ANTEVA mit flüssigen Blattdüngern mischen?
Ja, eine Mischung mit gängigen Weinbau-Blattdüngern (wie Magnesium- oder Bor-Düngern) ist im Allgemeinen möglich. Du solltest jedoch darauf achten, die Düngerkomponente immer als Letztes in den bereits fast vollständig gefüllten Spritztank zu geben und die Rührwerke kontinuierlich laufen zu lassen, um Ausfällungen zu vermeiden.
Wie flexibel ist die Wartezeit (PHI) bei diesem Produkt zu handhaben?
Die Wartezeit von 28 bis 56 Tagen ist gesetzlich festgeschrieben und richtet sich nach dem genauen Anwendungszeitpunkt und der Nutzungsrichtung (z. B. Keltertrauben). Du musst diese Fristen unbedingt einhalten, um sicherzustellen, dass keine unzulässigen Wirkstoffrückstände im Erntegut oder später im Wein verbleiben. Plane deine Abschlussbehandlungen daher präzise rückwärts vom voraussichtlichen Erntetermin.