AMSTAF 800 EC
AMSTAF 800 EC ist ein hochwirksames, selektives Herbizid zur Bekämpfung von einjährigen einkeimblättrigen und zweikeimblättrigen Unkräutern in einer Vielzahl von landwirtschaftlichen und gartenbaulichen Kulturen. Als emulgierbares Konzentrat (EC) formuliert, lässt sich das Pflanzenschutzmittel hervorragend dosieren und zeichnet sich durch eine schnelle Verteilung im Boden aus. Es wird vor allem im Vorauflauf sowie im frühen Nachauflauf eingesetzt, um empfindliche Kulturen wie Getreide, Kartoffeln, Zwiebelgemüse und Leguminosen von frühem Unkrautdruck zu befreien.
Das breite Wirkungsspektrum erfasst wichtige wirtschaftliche Schaderreger wie den Gemeinen Windhalm sowie problematische zweikeimblättrige Unkräuter, darunter den Weißen Gänsefuß und die Vogel-Sternmiere. Durch seine flexible Anwendung in verschiedenen Kulturen stellt AMSTAF 800 EC ein wichtiges Fundament für saubere Bestände direkt ab dem Auflaufen dar.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der enthaltene Wirkstoff Prosulfocarb gehört zur chemischen Gruppe der Thiocarbamate und ist im HRAC-System in die Gruppe 15 eingeordnet. Die Wirkung basiert auf der Hemmung der Biosynthese von sehr langkettigen Fettsäuren (VLCFA). Dadurch wird der Aufbau von Zellmembranen und der Cuticula empfindlicher Schaderreger gestört, was letztlich die Zellteilung und das Streckungswachstum im Keimling blockiert. Die Aufnahme erfolgt primär über das Hypokotyl und die Koleoptile der keimenden Unkräuter sowie sekundär über die Wurzeln. Da der Wirkstoff vor allem auf keimende Samen und sehr junge Keimpflanzen wirkt, ist eine ausreichende Bodenfeuchtigkeit für eine optimale Aktivierung und Verteilung des Wirkstofffilms im Boden von entscheidender Bedeutung.
Resistenzmanagement
Um das Risiko einer Resistenzbildung zu minimieren, solltest du AMSTAF 800 EC stets in ein integriertes Herbizidmanagement einbinden. Da Prosulfocarb der HRAC-Gruppe 15 angehört, empfiehlt sich der gezielte Wechsel oder die Kombination mit Wirkstoffen aus anderen Wirkstoffklassen (wie z. B. HRAC-Gruppe 5 oder 12), die über einen abweichenden Wirkungsmechanismus verfügen. Vermeide die ausschließliche, wiederholte Anwendung von Thiocarbamaten auf derselben Fläche und nutze mechanische Maßnahmen sowie eine weite Fruchtfolge, um den Selektionsdruck auf Schaderreger wie den Gemeinen Windhalm nachhaltig zu senken.
Mischbarkeit & Tankmischung
AMSTAF 800 EC zeigt sich in der Praxis als gut mischbar mit vielen gängigen Vorauflaufherbiziden und Bodenpartnern. Bei der Herstellung von Tankmischungen solltest du stets die Gebrauchsanleitungen der Mischpartner beachten und vorab eine physikalische Mischprobe durchführen. Für eine optimale Benetzung und Filmbildung auf dem Boden ist eine ausreichende Wassermenge (mindestens 200 bis 400 l/ha) zu wählen. Die Anwendung sollte auf ein feinkrümeliges, gut abgesetztes Saatbett erfolgen; klumpige Bodenstrukturen oder extreme Trockenheit können die gleichmäßige Verteilung und damit die Wirkung beeinträchtigen.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit AMSTAF 800 EC ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Schutzhandschuhen und Augenschutz, obligatorisch. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse angegeben ist, solltest du aus Vorsorgegründen Anwendungen auf blühenden Kulturen oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Nahrungssuche sind, vermeiden und die Behandlung bevorzugt in den windstillen Abendstunden durchführen. Um Einträge in Oberflächengewässer und angrenzende Biotope zu verhindern, sind Abdriften durch den Einsatz abdriftmindernder Düsentechnik konsequent zu minimieren und die allgemeinen Gewässerschutzauflagen strikt einzuhalten.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Meerrettich | Gemeiner Windhalm, Weißer Gänsefuß, Purpurrote Taubnessel | — | 4 LITER_PER_HECTARE | — |
| Porree | Gemeiner Windhalm, Weißer Gänsefuß, Purpurrote Taubnessel | 12–14 | 5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Kartoffel | Gemeiner Windhalm, Weißer Gänsefuß, Purpurrote Taubnessel | 10–13 | 5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Echte Rispenhirse | Gemeiner Windhalm, Weißer Gänsefuß, Purpurrote Taubnessel | 0–9 | 3 LITER_PER_HECTARE | — |
| Speisezwiebel | Gemeiner Windhalm, Weißer Gänsefuß, Purpurrote Taubnessel | 11–14 | 4 LITER_PER_HECTARE | — |
| Ziergehölze | Gemeiner Windhalm, Weißer Gänsefuß, Purpurrote Taubnessel | 0–9 | 4 LITER_PER_HECTARE | — |
| Möhre | Gemeiner Windhalm, Weißer Gänsefuß, Purpurrote Taubnessel | — | 2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Knoblauch | Gemeiner Windhalm, Weißer Gänsefuß, Purpurrote Taubnessel | 11–12 | 4 LITER_PER_HECTARE | — |
| Echte Rispenhirse | Gemeiner Windhalm, Weißer Gänsefuß, Purpurrote Taubnessel | 10–13 | 3 LITER_PER_HECTARE | — |
| Blaue Lupine | Gemeiner Windhalm, Weißer Gänsefuß, Purpurrote Taubnessel | 0–3 | 4 LITER_PER_HECTARE | — |
| Wintergerste | Gemeiner Windhalm, Weißer Gänsefuß, Purpurrote Taubnessel | 10–13 | 3 LITER_PER_HECTARE | — |
| Stauden | Gemeiner Windhalm, Weißer Gänsefuß, Purpurrote Taubnessel | 0–9 | 4 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterheckenzwiebel | Gemeiner Windhalm, Weißer Gänsefuß, Purpurrote Taubnessel | 11–14 | 4 LITER_PER_HECTARE | — |
| Sommerroggen | Gemeiner Windhalm, Weißer Gänsefuß, Purpurrote Taubnessel | 0–9 | 3 LITER_PER_HECTARE | — |
| Wintertriticale | Gemeiner Windhalm, Weißer Gänsefuß, Purpurrote Taubnessel | 0–9 | 3 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterweichweizen | Gemeiner Windhalm, Weißer Gänsefuß, Purpurrote Taubnessel | 10–13 | 3 LITER_PER_HECTARE | — |
| Gelbe Lupine | Gemeiner Windhalm, Weißer Gänsefuß, Purpurrote Taubnessel | 0–3 | 4 LITER_PER_HECTARE | — |
| Ackerbohne | Gemeiner Windhalm, Weißer Gänsefuß, Purpurrote Taubnessel | 0–3 | 4 LITER_PER_HECTARE | — |
| Lein | Gemeiner Windhalm, Weißer Gänsefuß, Purpurrote Taubnessel | 0–3 | 4 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterweichweizen | Gemeiner Windhalm, Weißer Gänsefuß, Purpurrote Taubnessel | 0–9 | 3 LITER_PER_HECTARE | — |
| Hanf | Gemeiner Windhalm, Weißer Gänsefuß, Purpurrote Taubnessel | 0–3 | 4 LITER_PER_HECTARE | — |
| Knollensellerie | Gemeiner Windhalm, Weißer Gänsefuß, Purpurrote Taubnessel | 12–14 | 4 LITER_PER_HECTARE | — |
| Futtererbse | Gemeiner Windhalm, Weißer Gänsefuß, Purpurrote Taubnessel | 0–3 | 4 LITER_PER_HECTARE | — |
| Weiße Lupine | Gemeiner Windhalm, Weißer Gänsefuß, Purpurrote Taubnessel | 0–3 | 4 LITER_PER_HECTARE | — |
| Wintertriticale | Gemeiner Windhalm, Weißer Gänsefuß, Purpurrote Taubnessel | 10–13 | 3 LITER_PER_HECTARE | — |
| Zierpflanzen | Gemeiner Windhalm, Weißer Gänsefuß, Purpurrote Taubnessel | 0–12 | 4 LITER_PER_HECTARE | — |
| Wintergerste | Gemeiner Windhalm, Weißer Gänsefuß, Purpurrote Taubnessel | 0–9 | 3 LITER_PER_HECTARE | — |
| Sommerroggen | Gemeiner Windhalm, Weißer Gänsefuß, Purpurrote Taubnessel | 10–13 | 3 LITER_PER_HECTARE | — |
| Kartoffel | Gemeiner Windhalm, Weißer Gänsefuß, Purpurrote Taubnessel | 0–9 | 5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Speisezwiebel | Gemeiner Windhalm, Weißer Gänsefuß, Purpurrote Taubnessel | — | 2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Bleichsellerie | Gemeiner Windhalm, Weißer Gänsefuß, Purpurrote Taubnessel | 12–14 | 4 LITER_PER_HECTARE | — |
| Wurzelpetersilie | Gemeiner Windhalm, Weißer Gänsefuß, Purpurrote Taubnessel | 12–14 | 4 LITER_PER_HECTARE | — |
| Knollengewächse (Zierpflanzen) | Gemeiner Windhalm, Weißer Gänsefuß, Purpurrote Taubnessel | 0–9 | 4 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterroggen | Gemeiner Windhalm, Weißer Gänsefuß, Purpurrote Taubnessel | 0–9 | 3 LITER_PER_HECTARE | — |
| Pastinak | Gemeiner Windhalm, Weißer Gänsefuß, Purpurrote Taubnessel | 12–14 | 3 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterroggen | Gemeiner Windhalm, Weißer Gänsefuß, Purpurrote Taubnessel | 10–13 | 3 LITER_PER_HECTARE | — |
| Sojabohne | Gemeiner Windhalm, Weißer Gänsefuß, Purpurrote Taubnessel | 0–3 | 4 LITER_PER_HECTARE | — |
| Sonnenblume | Gemeiner Windhalm, Weißer Gänsefuß, Purpurrote Taubnessel | 0–3 | 4 LITER_PER_HECTARE | — |
| Möhre | Gemeiner Windhalm, Weißer Gänsefuß, Purpurrote Taubnessel | 12–14 | 4 LITER_PER_HECTARE | — |
| Wurzelpetersilie | Gemeiner Windhalm, Weißer Gänsefuß, Purpurrote Taubnessel | — | 2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Porree | Gemeiner Windhalm, Weißer Gänsefuß, Purpurrote Taubnessel | 12–14 | 4 LITER_PER_HECTARE | — |
| Speiselinse | Gemeiner Windhalm, Weißer Gänsefuß, Purpurrote Taubnessel | 0–3 | 4 LITER_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Anwendung von AMSTAF 800 EC?
Der beste Anwendungszeitpunkt liegt im Vorauflauf bis zum frühen Nachauflauf der Unkräuter (BBCH-Stadium 00 bis 14). Da der Wirkstoff hauptsächlich über die Koleoptile und das Hypokotyl keimender Schaderreger aufgenommen wird, erzielst du die beste Wirkung, wenn sich die Unkräuter noch im Keimblattstadium befinden und der Boden ausreichend feucht ist.
Welche Rolle spielt die Bodenfeuchtigkeit für die Wirkung des Mittels?
Eine ausreichende Bodenfeuchtigkeit ist entscheidend, da Prosulfocarb einen gleichmäßigen Wirkstofffilm im oberen Bodenhorizont bilden muss. Bei extremer Trockenheit kann die Wirkung unzureichend sein; in solchen Fällen solltest du mit der Behandlung warten, bis Niederschläge angekündigt sind oder der Boden wieder ausreichend feucht ist.
Kann ich AMSTAF 800 EC auch in Sonderkulturen wie Zwiebeln oder Kräutern einsetzen?
Ja, das Pflanzenschutzmittel besitzt Zulassungen für eine Vielzahl von Kulturen, darunter auch Zwiebelgemüse (wie Speisezwiebel und Porree), Kräuter (wie Kümmel) sowie Wurzelgemüse (wie Karotten und Sellerie). Achte jedoch genau auf die kulturspezifischen Anwendungsbestimmungen und die zugelassenen BBCH-Stadien.
Wie verhindere ich am besten eine Wirkstoffdrift auf benachbarte Flächen?
Um Abdrift zu vermeiden, solltest du die Behandlung nur bei Windgeschwindigkeiten unter 3 m/s durchführen und injektorbasierte, abdriftmindernde Düsen verwenden. Da Prosulfocarb flüchtig sein kann, empfiehlt sich zudem eine Anwendung bei kühleren Temperaturen, idealerweise in den Abend- oder frühen Morgenstunden.
Was muss ich bei der Fruchtfolge nach dem Einsatz von AMSTAF 800 EC beachten?
Nach dem regulären Einsatz von Prosulfocarb im Rahmen der zugelassenen Aufwandmengen sind im normalen Fruchtfolgeverlauf in der Regel keine Nachbauschäden an Folgekulturen zu befürchten. Bei vorzeitigem Umbruch der Kultur solltest du den Boden tief pflügen, bevor empfindliche zweikeimblättrige Kulturen neu eingesät werden.
Wie finde ich im Portal weitere zugelassene Produkte gegen den Gemeinen Windhalm?
Du kannst in unserer Produktdatenbank gezielt nach dem Schaderreger "Gemeiner Windhalm" filtern. Dort werden dir alle in Deutschland registrierten Pflanzenschutzmittel angezeigt, die für deine spezifische Kultur zugelassen sind, sodass du Wirkstoffe für ein effektives Resistenzmanagement rotieren kannst.