AMPEXIO
AMPEXIO ist ein hochwirksames, modernes Fungizid von Syngenta, das speziell für den professionellen Weinbau zur Bekämpfung des Falschen Mehltaus (Plasmopara viticola) entwickelt wurde. Formuliert als wasserdispergierbares Granulat (WG), kombiniert dieses Pflanzenschutzmittel zwei leistungsstarke Wirkstoffe, die sich in ihrer Wirkungsweise ideal ergänzen. Es ist im Markt als Premium-Lösung etabliert, um Reben in kritischen Wachstumsphasen zuverlässig vor Infektionen zu schützen.
Das Produkt zeichnet sich durch eine hervorragende Regenfestigkeit und eine langanhaltende Dauerwirkung aus. Durch die Kombination von lokalsystemischen und kontaktwirksamen Eigenschaften bietet es sowohl einen sicheren Schutz der behandelten Blattoberflächen als auch eine Tiefenwirkung im Pflanzengewebe. Dies macht es zu einem unverzichtbaren Baustein in anspruchsvollen Spritzfolgen, insbesondere bei hohem Infektionsdruck während der Hauptwachstumsphase der Reben.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Die herausragende Wirkung von AMPEXIO basiert auf dem Zusammenspiel zweier unterschiedlicher Wirkmechanismen. Der erste Wirkstoff, Mandipropamid, gehört zur FRAC-Gruppe 40 (CAA-Fungizide). Er greift gezielt in die Phospholipid-Biosynthese und den Aufbau der Zellwand des Schaderregers ein. Mandipropamid lagert sich schnell in der Wachsschicht der Blätter an und verteilt sich translaminar im Gewebe, wodurch auch die ungespritzte Blattunterseite geschützt wird und das Myzelwachstum des Pilzes effektiv gestoppt wird. Der zweite Wirkstoff, Zoxamide, ist der FRAC-Gruppe 22 (Benzamide) zugeordnet. Zoxamide wirkt als Kontaktfungizid mit starker Affinität zur Wachsschicht und stört die Kernteilung (Mitose) des Pilzes, indem es an das Beta-Tubulin bindet und so den Aufbau des Mikrotubuli-Apparates verhindert. Dies unterbindet die Keimung der Zoosporen und verhindert das Eindringen des Erregers in das Pflanzengewebe. Diese duale Barriere bietet einen lückenlosen Schutz vor und nach dem Keimen der Sporen.
Resistenzmanagement
Um einer Resistenzbildung des Falschen Mehltaus effektiv vorzubeugen, ist AMPEXIO bereits ab Werk mit zwei unterschiedlichen Wirkstoffklassen (FRAC 40 und FRAC 22) ausgestattet. Dennoch solltest du das Pflanzenschutzmittel im Rahmen eines integrierten Pflanzenschutzprogramms einsetzen. Das bedeutet, dass du die Anzahl der Anwendungen pro Saison begrenzt und AMPEXIO im Wechsel mit Fungiziden aus anderen Wirkstoffklassen ohne Kreuzresistenz anwendest. Vermeide reine Blockbehandlungen über einen zu langen Zeitraum, um die Sensitivität des Schaderregers langfristig zu erhalten.
Mischbarkeit & Tankmischung
AMPEXIO ist im Allgemeinen gut verträglich und lässt sich problemlos mit vielen gängigen Fungiziden, Insektiziden und Blattdüngern mischen, die im Weinbau zugelassen sind. Bei der Herstellung von Tankmischungen solltest du stets die physikalische Mischbarkeit vorab in einem kleinen Gefäß prüfen und die WGs immer als erste Komponente im Tank vollständig auflösen. Achte auf eine ausreichende Wassermenge und eine präzise Düseneinstellung, um eine lückenlose Benetzung der gesamten Laubwand und der Gescheine zu gewährleisten.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit AMPEXIO ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), wie Schutzanzug und Schutzhandschuhe, erforderlich. Um Nichtzielorganismen zu schonen, solltest du die Anwendung so ausrichten, dass keine Abdrift auf angrenzende Flächen oder Gewässerstrukturen entsteht. Da zum Schutz von Bienen eine Anwendung in der Blüte oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Futtersuche sind, vermieden werden sollte, empfiehlt sich die Applikation in den späten Abendstunden, wenn der Bienenflug beendet ist.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Weinrebe | Falscher Mehltau (Plasmopara viticola) | — | 0.16 KILOGRAM_PER_HECTARE | 28T |
Häufige Fragen
Wann ist der beste Zeitpunkt für den Einsatz von AMPEXIO in deinem Weinberg?
Der optimale Einsatzzeitpunkt liegt präventiv vor den ersten Infektionsbedingungen, typischerweise ab der Gescheinsentwicklung bis zum Traubenschluss. Da der Falsche Mehltau feuchte Bedingungen für die Infektion benötigt, solltest du die Behandlung vor angekündigten Niederschlägen einplanen.
Wie profitierst du von der schnellen Regenfestigkeit des Mittels?
Mandipropamid dringt nach dem Antrocknen rasch in die Wachsschicht der Blätter ein. Bereits nach kurzer Zeit ist der Wirkstoffbelag so stabil, dass er selbst durch intensive Regenfälle nicht abgewaschen wird, was dir eine hohe Flexibilität bei unbeständigem Wetter gibt.
Warum ist die Kombination aus Mandipropamid und Zoxamide so vorteilhaft?
Durch die Kombination eines translaminaren Wirkstoffs (Mandipropamid) mit einem extrem haftfesten Kontaktwirkstoff (Zoxamide) wird der Schaderreger an zwei unterschiedlichen biologischen Prozessen attackiert. Das erhöht die biologische Breite und schützt auch den Neuzuwachs.
Was musst du bezüglich der Wartezeit bis zur Ernte beachten?
Die gesetzlich vorgeschriebene Wartezeit für AMPEXIO in Weinreben beträgt 28 Tage. Du musst deine späten Behandlungen im Sommer so planen, dass dieser Zeitraum bis zur Traubenlese strikt eingehalten wird, um Rückstände im Lesegut zu vermeiden.
Wie integrierst du AMPEXIO am besten in deine Antiresistenzstrategie?
Obwohl das Produkt bereits zwei Wirkstoffklassen enthält, solltest du die maximale Anzahl an Anwendungen pro Saison nicht voll ausschöpfen und stattdessen mit Fungiziden aus anderen FRAC-Gruppen (z. B. Kontaktmitteln oder systemischen Partnern) abwechseln.
Wie stellst du eine optimale Benetzung der Reben sicher?
Passe die Wassermenge und die Düseneinstellung exakt an deine Laubwandhöhe und die jeweilige Vegetationsstufe an. Da der Erreger bevorzugt die Blattunterseiten infiziert, ist eine beidseitige, feintropfige und gleichmäßige Benetzung der gesamten Kultur entscheidend.