AMMARI
AMMARI ist ein hochwirksames Pflanzenschutzmittel zur Bekämpfung bedeutender Pilzkrankheiten in Getreidekulturen. Mit dem bewährten Wirkstoff Pyraclostrobin bietet diese flüssige Formulierung einen verlässlichen Schutz gegen ertragsmindernde Schaderreger wie Rostpilze und Blattflecken. Es ist speziell für den Einsatz in Weizen, Gerste, Roggen und Dinkel registriert und unterstützt Landwirte dabei, die Vitalität ihrer Bestände in kritischen Wachstumsphasen zu sichern.
Das Produkt zeichnet sich durch eine schnelle Anfangswirkung und eine langanhaltende Dauerwirkung aus. Dank seiner hervorragenden Verteilung auf der Blattoberfläche und der systemischen Eigenschaften dringt der Wirkstoff rasch in das Pflanzengewebe ein. Dies schützt nicht nur die behandelten Pflanzenteile, sondern sorgt auch für einen langanhaltenden Schutz vor Neuinfektionen, selbst unter wechselnden Witterungsbedingungen.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der in AMMARI enthaltene Wirkstoff Pyraclostrobin gehört zur chemischen Klasse der Strobilurine und ist in die FRAC-Gruppe 11 (QoI-Inhibitoren) eingestuft. Die biochemische Wirkung basiert auf der Blockade der mitochondrialen Atmungskette der Pilzzellen. Pyraclostrobin bindet spezifisch an die Qo-Schnittstelle des Cytochrom-bc1-Komplexes, wodurch der Elektronentransport unterbrochen und die ATP-Synthese unterbunden wird. Ohne diese Energiequelle können die Schaderreger nicht überleben; die Sporenkeimung, das Keimschlauchwachstum und die Myzelbildung werden effektiv gestoppt. Neben der direkten fungiziden Wirkung induziert der Wirkstoff positive physiologische Effekte in der Kultur, die oft als „Greening-Effekt“ bezeichnet werden. Durch eine verbesserte Stickstoffassimilation und eine verringerte Ethylenbildung wird die Alterung der Blätter verzögert. Dies optimiert die Photosyntheseleistung der Kultur und stärkt ihre Toleranz gegenüber abiotischem Stress wie Trockenheit oder Hitze, was sich positiv auf die Ertragsbildung auswirkt.
Resistenzmanagement
Da Pyraclostrobin der FRAC-Gruppe 11 angehört, besteht bei einseitiger Anwendung ein hohes Risiko für die Entwicklung von Resistenzen bei den Zielpathogenen. Um die Wirksamkeit von AMMARI langfristig zu sichern, solltest du das Pflanzenschutzmittel stets im Rahmen eines integrierten Resistenzmanagements einsetzen. Dies bedeutet, dass du AMMARI idealerweise in Kombination oder im Wechsel mit Fungiziden aus anderen Wirkstoffklassen (wie z. B. Triazolen oder SDHI-Inhibitoren) anwendest. Begrenze zudem die Anzahl der Anwendungen pro Saison gemäß den offiziellen Vorgaben und vermeide rein kurative Behandlungen bei bereits stark etabliertem Befall.
Mischbarkeit & Tankmischung
AMMARI zeigt eine gute Mischbarkeit mit vielen gängigen Pflanzenschutzmitteln, einschließlich anderer Fungizide, Insektizide und Wachstumsregler. Bei der Erstellung von Tankmischungen solltest du jedoch stets die Gebrauchsanleitungen aller Mischpartner beachten und vorab eine physikalische Mischprobe in einem kleinen Gefäß durchführen. Achte auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge und vermeide extrem hartes oder stark alkalisches Spritzwasser, um die Stabilität der Spritzbrühe nicht zu gefährden. Die Zugabe von Additiven ist in der Regel nicht erforderlich, kann aber unter extrem trockenen Bedingungen die Benetzung der Blattoberfläche verbessern.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit AMMARI ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Schutzhandschuhen und Augenschutz, unerlässlich, um den Anwenderschutz zu gewährleisten. Da der Wirkstoff Pyraclostrobin als giftig für aquatische Organismen eingestuft ist, müssen Abdriften in Oberflächengewässer strikt vermieden werden; nutze hierzu abdriftmindernde Düsentechnik und halte die gesetzlichen Abstandsauflagen ein. Zum Schutz von Wildbienen und anderen Bestäubern wird empfohlen, das Mittel nicht auf blühende Kulturen oder in Bereichen anzuwenden, in denen Bienen aktiv auf Nahrungssuche sind. Verlege die Applikation vorzugsweise in die Abendstunden, wenn der Bienenflug beendet ist.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Sommerweichweizen | Braunrost (Puccinia recondita) | 30–71 | 1.25 LITER_PER_HECTARE | 56T |
| Roggen | Braunrost (Puccinia recondita) | 30–71 | 1.25 LITER_PER_HECTARE | 56T |
| Dinkel | Braunrost (Puccinia recondita) | 30–71 | 1.25 LITER_PER_HECTARE | 56T |
| Wintergerste | Rhynchosporium secalis, Netzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres), Zwergrost (Puccinia hordei) | 30–59 | 1.25 LITER_PER_HECTARE | 56T |
| Winterweichweizen | Gelbrost (Puccinia striiformis), Braunrost (Puccinia recondita) | 30–71 | 1.25 LITER_PER_HECTARE | 56T |
| Sommergerste | Rhynchosporium secalis, Netzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres), Zwergrost (Puccinia hordei) | 30–59 | 1.25 LITER_PER_HECTARE | 56T |
| Hartweizen | Braunrost (Puccinia recondita) | 30–71 | 1.25 LITER_PER_HECTARE | 56T |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Zeitpunkt für den Einsatz von AMMARI im Getreide?
Der beste Anwendungszeitraum liegt zwischen dem Schossen (BBCH 30) und dem Beginn der Blüte (BBCH 71). Du solltest die Behandlung idealerweise vorbeugend (protektiv) durchführen, sobald erste Infektionsbedingungen für Rostpilze oder Netzflecken prognostiziert werden oder erster Befall in deiner Region gemeldet wird.
Kann ich AMMARI auch bei kühlen Temperaturen im Frühjahr spritzen?
Ja, der Wirkstoff Pyraclostrobin ist weitgehend temperaturunabhängig wirksam. Du kannst AMMARI bereits bei kühleren Frühjahrstemperaturen ab ca. 5–8 °C einsetzen, solange die Kulturen aktiv wachsen und kein Frost droht. Dies ermöglicht einen sehr frühen Schutz beim Schossen.
Wie profitiert meine Kultur vom sogenannten "Greening-Effekt" dieses Produkts?
Durch die physiologische Wirkung von Pyraclostrobin bleibt das Blattgewebe länger grün und aktiv. Deine Kultur kann dadurch die Photosynthese länger aufrechterhalten, nutzt Wasser sowie Stickstoff effizienter und ist widerstandsfähiger gegen Hitze- und Trockenstress, was direkt zur Ertragssicherung beiträgt.
Was muss ich beim Ansetzen der Spritzbrühe mit AMMARI beachten?
Fülle den Spritztank zunächst zu zwei Dritteln mit sauberem Wasser und starte das Rührwerk. Gib dann AMMARI langsam hinzu, gefolgt von eventuellen Mischpartnern. Achte darauf, die Spritzbrühe nach dem Ansetzen zügig auszubringen und nicht über Nacht im Tank stehenzulassen, um Entmischungen zu vermeiden.
Wie finde ich heraus, ob AMMARI für meine spezifische Getreidesorte verträglich ist?
AMMARI weist generell eine hervorragende Kulturverträglichkeit in allen registrierten Getreidearten auf. Bei extremen Witterungsbedingungen wie starker Sonneneinstrahlung direkt nach Frostnächten solltest du jedoch mit der Behandlung warten, um Stressreaktionen der Kultur zu vermeiden. Im Zweifel kannst du Sortenbesonderheiten beim regionalen Pflanzenschutzdienst erfragen.
Warum ist die Einhaltung der Wartezeit von 56 Tagen so wichtig?
Die Wartezeit von 56 Tagen stellt sicher, dass eventuelle Wirkstoffrückstände im Erntegut bis zur Ernte unter die gesetzlich festgelegten Grenzwerte abgebaut sind. Du musst diesen Zeitraum zwischen der letzten Anwendung und dem Drusch zwingend einhalten, um die Verkehrsfähigkeit deines Getreides zu garantieren.