AMISTAR MAX
AMISTAR MAX ist ein leistungsstarkes, flüssiges Fungizid von Syngenta, das speziell für den anspruchsvollen Einsatz im Getreidebau entwickelt wurde. Durch die Kombination zweier bewährter Wirkstoffe bietet dieses Pflanzenschutzmittel einen hervorragenden Schutz gegen ein breites Spektrum wirtschaftlich bedeutender Pilzkrankheiten in Weizen, Gerste und Roggen. Die Formulierung vereint systemische Eigenschaften mit einer ausgeprägten Kontaktwirkung, was eine zuverlässige Dauerwirkung und eine exzellente Regenbeständigkeit garantiert.
Das Produkt hat sich im Markt als wichtiger Baustein in der späten Wachstumsphase etabliert. Es zielt insbesondere auf ertragsmindernde Schaderreger wie Rostpilze, Septoria-Blattdürre und die gefürchtete Sprenkelkrankheit (Ramularia) ab. Dank der ausgewogenen Formulierung lässt sich das Mittel hervorragend in moderne Pflanzenschutzstrategien integrieren, um die Vitalität und das Ertragspotenzial deiner Kulturen bis zur Ernte abzusichern.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Die herausragende Wirkung von AMISTAR MAX basiert auf dem Zusammenspiel zweier unterschiedlicher Wirkungsmechanismen. Der systemische Wirkstoff Azoxystrobin gehört zur Gruppe der Strobilurine (FRAC-Gruppe 11). Er greift gezielt in die Zellatmung der Pilze ein, indem er den Elektronentransport in den Mitochondrien am Komplex III blockiert. Dies entzieht den Schadpilzen die lebensnotwendige Energie, hemmt die Sporenkeimung sowie das Myzelwachstum und sorgt zudem für den bekannten "Greening-Effekt", der die Stresstoleranz deiner Kulturen verbessert. Ergänzt wird dieser Effekt durch Folpet, einen Kontaktwirkstoff aus der Gruppe der Phthalimide (FRAC-Gruppe M04). Folpet greift als Multi-Site-Inhibitor an verschiedenen Stellen im Stoffwechsel der Pilzzellen gleichzeitig an. Da diese Kontaktwirkung rein protektiv auf der Blattoberfläche stattfindet, verhindert sie das Eindringen der Keimschläuche in das Pflanzengewebe und bildet einen stabilen Schutzschild gegen Neuinfektionen.
Resistenzmanagement
Um die Wirksamkeit dieses Pflanzenschutzmittels langfristig zu sichern, ist ein konsequentes Resistenzmanagement unerlässlich. Durch die Kombination des einzelsortenspezifischen Wirkstoffs Azoxystrobin mit dem Multi-Site-Wirkstoff Folpet besitzt AMISTAR MAX bereits ein eingebautes Anti-Resistenz-System, das besonders bei der Bekämpfung von Ramularia in Gerste von unschätzbarem Wert ist. Du solltest das Mittel dennoch im Rahmen einer Spritzfolge mit Fungiziden anderer Wirkstoffklassen (wie z. B. Azolen oder Carboxamiden) abwechseln und die maximale Anzahl der empfohlenen Anwendungen pro Saison nicht überschreiten.
Mischbarkeit & Tankmischung
AMISTAR MAX zeichnet sich durch eine gute physikalische und chemische Mischbarkeit mit gängigen Getreidefungiziden, Insektiziden und Wachstumsreglern aus. Bei geplanten Tankmischungen empfiehlt es sich, vorab eine Mischprobe in einem kleinen Gefäß durchzuführen, um die physikalische Stabilität zu prüfen. Achte auf eine ausreichende Wassermenge und eine gleichmäßige Benetzung der Bestände. Die Zugabe von Additiven ist in der Regel nicht erforderlich, da die Formulierung bereits für eine optimale Haftung und Wirkstoffaufnahme optimiert ist. Vermeide Mischungen bei extremer Hitze oder starker Sonneneinstrahlung, um Stressreaktionen der Kulturen zu verhindern.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit diesem Pflanzenschutzmittel steht der Schutz des Anwenders und der Umwelt an erster Stelle. Trage während der Anmischung und Ausbringung stets die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, robusten Handschuhen und Augenschutz. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse vorgegeben ist, solltest du aus Vorsorgegründen Anwendungen in blühenden Beständen oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Trachtsuche sind, vermeiden und die Behandlung vorzugsweise in die späten Abendstunden verlegen. Achte zudem darauf, Abdrift auf angrenzende Gewässer und Saumbiotope durch den Einsatz driftmindernder Düsentechnik strikt zu minimieren, um aquatische Organismen und die lokale Fauna zu schonen.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Weizen | Braunrost (Puccinia recondita) | 41–69 | 1.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Weizen | Gelbrost (Puccinia striiformis) | 41–69 | 1.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Gerste | Sprenkelkrankheit (Ramularia collo-cygni) | 41–59 | 1.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Roggen | Braunrost (Puccinia recondita) | 41–69 | 1.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Gerste | Zwergrost (Puccinia hordei) | 41–59 | 1.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Weizen | Septoria-Blattdürre (Septoria tritici) | 41–69 | 1.5 LITER_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Zeitpunkt für den Einsatz von AMISTAR MAX im Getreide?
Der optimale Behandlungszeitraum liegt in den BBCH-Stadien 41 bis 69, also vom Erscheinen der Blattscheide bis zum Ende der Blüte. Für einen maximalen Schutz der ertragsbildenden oberen Blätter und der Ähre solltest du das Mittel protektiv einsetzen, sobald erste Infektionsbedingungen für Roste oder Septoria vorliegen.
Warum ist die Kombination aus Azoxystrobin und Folpet so wertvoll für mein Resistenzmanagement?
Da Azoxystrobin als Strobilurin an einem spezifischen Ort im Pilz ansetzt, besteht hier ein theoretisches Resistenzrisiko. Folpet wirkt hingegen als Multi-Site-Inhibitor an vielen Stellen gleichzeitig. Diese Kombination blockiert den Schaderreger auf unterschiedlichen Wegen, was die Entstehung resistenter Pilzstämme (besonders bei Ramularia in Gerste) extrem erschwert.
Kann ich AMISTAR MAX auch bei feuchter Witterung anwenden?
Ja, dank der hervorragenden Formulierung ist das Mittel nach dem Antrocknen des Spritzbelags schnell regenfest. Dennoch solltest du darauf achten, dass die Bestände bei der Applikation nicht klatschnass sind, damit der Spritzfilm gleichmäßig auf den Blättern haftet und nicht abläuft.
Wie verhalte ich mich bezüglich des Bienenschutzes bei der Anwendung?
Auch wenn für dieses Produkt keine explizite Bienengefährdungsklasse genannt ist, gebietet der verantwortungsvolle Pflanzenschutz maximale Vorsicht. Behandle deine Kulturen am besten außerhalb des täglichen Bienenflugs in den Abendstunden und vermeide die direkte Abdrift auf blühende Unterkulturen oder angrenzende Blühstreifen.
Welche Wassermenge sollte ich für eine optimale Wirkung wählen?
Für eine gründliche Benetzung der dichten Getreidebestände im späten BBCH-Bereich wird eine Wassermenge von 200 bis 400 Litern pro Hektar empfohlen. Eine feine bis mittlere Tropfencharakteristik sorgt dafür, dass auch die tieferen Blattebenen und die Halmbasis ausreichend geschützt werden.
Wie finde ich auf agronomy.farmable.tech weitere zugelassene Produkte für meine Kulturen?
Du kannst ganz einfach über die Suchfunktion oder die Kultur-Übersichtsseiten unserer Plattform filtern. Dort siehst du auf einen Blick alle in Deutschland registrierten Pflanzenschutzmittel, sortiert nach Schaderregern, Wirkstoffen und zugelassenen BBCH-Fenstern, um deine Spritzfolge optimal zu planen.