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Sonstige · Nufarm Deutschland GmbH

AMEGA 360

BVL Zul.-Nr. 006281-62

AMEGA 360 ist ein hochkonzentriertes, nicht-selektives Blattherbizid von Nufarm Deutschland GmbH, das auf dem bewährten Wirkstoff Glyphosat basiert. Als flüssiges Konzentrat formuliert, zeichnet sich dieses Pflanzenschutzmittel durch eine hervorragende systemische Wirkung aus. Es wird über die grünen Teile der Kulturen und Unkräuter aufgenommen und bis in die Wurzel- und Rhizomspitzen transportiert, was eine nachhaltige Bekämpfung selbst hartnäckigster Schaderreger ermöglicht.

Das Anwendungsspektrum umfasst ein breites Spektrum an einkeimblättrigen und zweikeimblättrigen Unkräutern sowie tiefwurzelnde Problemunkräuter wie die Gemeine Quecke und Ampfer-Arten. Auch anspruchsvolle Schaderreger wie Adlerfarn und holzige Gewächse (Holzgewächse) werden zuverlässig erfasst. Das Mittel ist für den Einsatz in zahlreichen Kulturen wie Getreide (u. a. Weizen, Gerste, Hafer, Roggen), Mais, Weinreben sowie auf Stilllegungsflächen und im Forst registriert.

Wirkstoffe

Glyphosat
485.6 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in AMEGA 360 enthaltene Wirkstoff Glyphosat gehört zur HRAC-Gruppe 9. Die biochemische Wirkung beruht auf der gezielten Blockierung des Enzyms 5-Enolpyruvylshikimat-3-phosphat-Synthase (EPSPS) im Shikimatweg der Pflanzen. Dieses Enzym ist essenziell für die Synthese der aromatischen Aminosäuren Phenylalanin, Tyrosin und Tryptophan, die für das Pflanzenwachstum und den Proteinstoffwechsel unverzichtbar sind. Da dieser Stoffwechselweg nur in Pflanzen, Pilzen und Mikroorganismen vorkommt, besitzt der Wirkstoff eine hohe Spezifität. Nach der Aufnahme über das Laub wird der Wirkstoff systemisch im Phloem transportiert und verteilt sich in der gesamten Pflanze, insbesondere in den aktiven Wachstumszonen wie Wurzeln, Knollen und Rhizomen. Dies führt zu einem langsamen, aber gründlichen Absterben der behandelten Schaderreger über einen Zeitraum von mehreren Tagen bis Wochen.

Resistenzmanagement

Um das Risiko einer Resistenzentwicklung gegen den Wirkstoff Glyphosat (HRAC-Gruppe 9) zu minimieren, solltest du ein integriertes Unkrautmanagement praktizieren. Verlasse dich nicht ausschließlich auf chemische Maßnahmen, sondern kombiniere die Anwendung von AMEGA 360 mit mechanischen Bodenbearbeitungsverfahren, einer abwechslungsreichen Fruchtfolge und dem Anbau von konkurrenzstarken Zwischenfrüchten. Beim Auftreten resistenter Biotypen ist ein Wirkstoffwechsel mit anderen HRAC-Klassen zwingend erforderlich, um die langfristige Wirksamkeit dieses wichtigen Werkzeugs zu sichern.

Mischbarkeit & Tankmischung

AMEGA 360 ist im Allgemeinen gut mit vielen gängigen Herbiziden und Zusatzstoffen mischbar. Bei der Zubereitung der Spritzbrühe solltest du besonders auf die Wasserqualität achten: Sehr hartes Wasser, das hohe Konzentrationen an Calcium- und Magnesiumionen enthält, kann die Wirksamkeit von Glyphosat beeinträchtigen, da sich schwerlösliche Komplexe bilden. Die Zugabe von Ammoniumsulfat oder geeigneten Wasserkonditionierern vor dem Einmischen des Herbizids kann diese Ionen binden und die Aufnahme des Wirkstoffs über die Wachsschicht der Blätter spürbar verbessern.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit AMEGA 360 ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzhandschuhen und Schutzanzug bei der Ausbringung, unerlässlich. Zum Schutz von Gewässern und Nichtzielorganismen ist ein Abdriften auf angrenzende Flächen unbedingt zu vermeiden; nutze abdriftmindernde Düsentechnik und halte dich an die gesetzlichen Abstandsregelungen. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse angegeben ist, solltest du zum Schutz von Bestäubern die Anwendung nicht in blühende Bestände oder auf Flächen legen, auf denen Bienen aktiv auf Trachtsuche sind. Eine Applikation in den späten Abendstunden ist hierbei die sicherste Praxis.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
NadelholzHolzgewächse, Einkeimblättrige Unkräuter, Zweikeimblättrige Unkräuter3 LITER_PER_HECTARE
WintergersteEinkeimblättrige Unkräuter, Zweikeimblättrige Unkräuter89–995 LITER_PER_HECTARE7T
KernobstEinkeimblättrige Unkräuter, Zweikeimblättrige Unkräuter5 LITER_PER_HECTARE42T
StilllegungsflächenEinkeimblättrige Unkräuter, Zweikeimblättrige Unkräuter5 LITER_PER_HECTARE
HaferEinkeimblättrige Unkräuter, Zweikeimblättrige Unkräuter89–995 LITER_PER_HECTARE7T
GersteEinkeimblättrige Unkräuter, Zweikeimblättrige Unkräuter89–995 LITER_PER_HECTARE7T
MaisEinkeimblättrige Unkräuter, Zweikeimblättrige Unkräuter3 LITER_PER_HECTARE
WeinrebeEinkeimblättrige Unkräuter, Zweikeimblättrige Unkräuter5 LITER_PER_HECTARE30T
AckerbaukulturenEinkeimblättrige Unkräuter, Zweikeimblättrige Unkräuter5 LITER_PER_HECTARE
Wege und Plätze mit HolzgewächsenEinkeimblättrige Unkräuter, Zweikeimblättrige Unkräuter330 LITER_PER_1000_LITER_WATER
RoggenEinkeimblättrige Unkräuter, Zweikeimblättrige Unkräuter89–995 LITER_PER_HECTARE7T
SteinobstEinkeimblättrige Unkräuter, Zweikeimblättrige Unkräuter5 LITER_PER_HECTARE42T
ZuckerrübeEinkeimblättrige Unkräuter, Zweikeimblättrige Unkräuter3 LITER_PER_HECTARE
Wiesen, WeidenGemeine Quecke, Ampfer-Arten4 LITER_PER_HECTARE
LaubholzAdlerfarn5 LITER_PER_HECTARE
WeizenEinkeimblättrige Unkräuter, Zweikeimblättrige Unkräuter89–995 LITER_PER_HECTARE7T
NadelholzAdlerfarn5 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der beste Zeitpunkt für eine Behandlung gegen die Gemeine Quecke mit AMEGA 360?

Für eine maximale Wirkung gegen die Gemeine Quecke solltest du die Behandlung durchführen, wenn die Pflanzen ausreichend Blattmasse gebildet haben (ca. 3 bis 4 entfaltete Blätter, etwa 15–20 cm hoch). Zu diesem Zeitpunkt ist der Saftstrom in die Rhizome besonders stark, wodurch der Wirkstoff optimal bis in die Wurzelspitzen transportiert wird.

Wie beeinflusst die Wasserhärte die Wirksamkeit von AMEGA 360 und was kann ich dagegen tun?

Sehr hartes Wasser enthält viele Calcium- und Magnesium-Ionen, die sich an das Glyphosat-Molekül binden und dessen Aufnahme blockieren können. Du kannst dem entgegenwirken, indem du vor der Zugabe des Herbizids Ammoniumsulfat oder einen speziellen Wasserenthärter in den Spritztank gibst, um die störenden Ionen zu maskieren.

Warum ist eine Anwendung im BBCH-Stadium 89 bis 99 in Getreide vorgesehen?

In diesem späten Entwicklungsfenster (Spätreife bis Absterben) dient die Anwendung vor der Ernte der Ernteerleichterung bei starker Verunkrautung oder zur Bekämpfung von ausdauernden Unkräutern. Achte unbedingt darauf, dass das Getreide die Vollreife erreicht hat und die gesetzlich vorgeschriebene Wartezeit bis zur Ernte exakt eingehalten wird.

Wie lange sollte es nach der Ausbringung von AMEGA 360 nicht regnen?

Das Pflanzenschutzmittel benötigt eine gewisse Zeit, um vollständig in das Blattgewebe einzudringen. Du solltest die Anwendung so planen, dass mindestens 4 bis 6 Stunden nach der Spritzung kein Regen fällt, um ein Abwaschen des Wirkstoffs und damit einen Wirkungsverlust zu verhindern.

Kann ich direkt nach der Behandlung mit der Bodenbearbeitung beginnen?

Nein, du solltest nach der Anwendung eine Wartezeit einlegen, damit der Wirkstoff vollständig in die unterirdischen Überdauerungsorgane transportiert werden kann. Bei einjährigen Unkräutern reicht meist eine Pause von 3 bis 5 Tagen, bei mehrjährigen Problemunkräutern wie der Quecke solltest du mindestens 7 bis 10 Tage mit der Bodenbearbeitung warten.

Wie finde ich auf agronomy.farmable.tech weitere zugelassene Pflanzenschutzmittel für meine Kulturen?

Du kannst im zentralen Hub über die Filterfunktion gezielt nach deiner Kultur (z. B. Weizen oder Weinreben) und dem spezifischen Schaderreger suchen. Dort werden dir alle in Deutschland registrierten Alternativen und deren Anwendungsbestimmungen übersichtlich angezeigt.