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Sonstige · Life Scientific Limited

AMBARAC

BVL Zul.-Nr. 008211-00

AMBARAC ist ein leistungsstarkes, systemisches Fungizid mit ausgeprägten wachstumsregulierenden Eigenschaften, das für den Einsatz in wichtigen Ackerbaukulturen wie Winterraps, Weizen, Gerste und Roggen zugelassen ist. Als flüssige Formulierung lässt sich das Pflanzenschutzmittel hervorragend dosieren und verteilen. Der enthaltene Wirkstoff Metconazol bietet ein breites Wirkungsspektrum gegen wirtschaftlich bedeutende Pilzkrankheiten und sorgt gleichzeitig für eine verbesserte Standfestigkeit der Kulturen.

Im Getreidebau schützt das Pflanzenschutzmittel zuverlässig vor ertragsmindernden Schaderregern wie Septoria-Blattdürre, Rostpilzen (Gelb-, Braun- und Zwergrost), Netzflecken sowie Rhynchosporium secalis und Fusarium-Arten. Im Raps steht neben der Bekämpfung der gefürchteten Wurzelhals- und Stängelfäule (Leptosphaeria maculans) die gezielte Einkürzung und Festigung der Bestände im Vordergrund, um das Lagerrisiko zu minimieren und die Winterhärte zu optimieren.

Wirkstoffe

Metconazol
60 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der Wirkstoff Metconazol gehört zur chemischen Gruppe der Triazole (FRAC-Gruppe 3) und wirkt als Demethylierungs-Inhibitor (DMI). Auf biochemischer Ebene blockiert der Wirkstoff die C14-Demethylase im Stoffwechselweg der Pilze, was die Biosynthese von Ergosterol – einem essenziellen Baustein der pilzlichen Zellmembran – unterbricht. Ohne Ergosterol verlieren die Zellmembranen der Schaderreger ihre strukturelle Integrität und Funktion, was das Wachstum des Myzels stoppt und den Erreger letztlich abtötet. Zusätzlich greift Metconazol in die pflanzliche Hormonbalance ein, indem es die Biosynthese von Gibberellinen hemmt. Diese Hormone sind für das Streckungswachstum der Kulturen verantwortlich. Durch die Hemmung wird das Längenwachstum gebremst, was zu kompakteren, standfesten Pflanzen mit dickerem Stängelquerschnitt führt. Im Raps fördert dies zudem die Ausbildung eines kräftigen Wurzelhalses und verbessert die Winterhärte.

Resistenzmanagement

Um das Risiko einer Resistenzentwicklung gegen den Wirkstoff Metconazol (FRAC-Gruppe 3) zu minimieren, solltest du ein konsequentes Resistenzmanagement betreiben. Vermeide wiederholte Solo-Anwendungen von DMI-Fungiziden in derselben Saison. Es wird empfohlen, AMBARAC im Rahmen einer Spritzfolge mit Fungiziden abzuwechseln oder als Tankmischung mit Partnern auszubringen, die einen anderen Wirkungsmechanismus besitzen, wie beispielsweise Kontaktwirkstoffe, SDHI (FRAC-Gruppe 7) oder Strobilurine (FRAC-Gruppe 11). Achte zudem darauf, die empfohlenen Aufwandmengen stets voll auszuschöpfen, um die Selektion weniger empfindlicher Pilzstämme zu verhindern.

Mischbarkeit & Tankmischung

AMBARAC zeichnet sich durch eine gute physikalische und chemische Mischbarkeit mit vielen gängigen Herbiziden, Insektiziden sowie flüssigen Blattdüngern und Mikronährstoffen aus. Bei der Erstellung von Tankmischungen solltest du stets die Gebrauchsanleitungen aller Mischpartner beachten und vorab eine kleine Mischprobe auf physikalische Verträglichkeit durchführen. Verwende ausreichend Wasser, um eine gleichmäßige Benetzung der Kultur zu gewährleisten, und vermeide Mischungen bei extremen Wetterbedingungen wie starker Hitze oder Frostgefahr, um die Kulturverträglichkeit nicht zu gefährden.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit AMBARAC ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Schutzhandschuhen und Augenschutz, während der Anmischung und Anwendung unerlässlich. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse in den Zulassungsdaten hinterlegt ist, solltest du zum Schutz von Bestäubern vorsorglich auf Anwendungen in blühende Bestände oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Nahrungssuche sind, verzichten oder diese in die späten Abendstunden verlegen. Um aquatische Organismen und Bodenlebewesen zu schonen, sind Abdriften auf angrenzende Gewässer oder Saumstrukturen durch den Einsatz abdriftmindernder Technik und die Einhaltung der guten fachlichen Praxis strikt zu vermeiden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
WinterrapsWurzelhals- und Stängelfäule (Leptosphaeria maculans)20–991.5 LITER_PER_HECTARE
GersteRhynchosporium secalis39–611.5 LITER_PER_HECTARE
WeizenEchter Mehltau (Erysiphe graminis)31–611.5 LITER_PER_HECTARE
RoggenEchter Mehltau (Erysiphe graminis)39–611.5 LITER_PER_HECTARE
GersteNetzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres)39–611.5 LITER_PER_HECTARE
WeizenSeptoria-Blattdürre (Septoria tritici)31–611.5 LITER_PER_HECTARE
WeizenFusarium-Arten61–691.5 LITER_PER_HECTARE
WeizenBraunrost (Puccinia recondita)31–611.5 LITER_PER_HECTARE
WeizenGelbrost (Puccinia striiformis)31–611.5 LITER_PER_HECTARE
GersteZwergrost (Puccinia hordei)39–611.5 LITER_PER_HECTARE
GersteEchter Mehltau (Erysiphe graminis)39–611.5 LITER_PER_HECTARE
WinterrapsStandfestigkeit39–591.5 LITER_PER_HECTARE
RoggenRhynchosporium secalis39–611.5 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für den Einsatz von AMBARAC im Winterraps im Herbst?

Im Herbst solltest du AMBARAC im BBCH-Stadium 14 bis 16 (4 bis 6 Laubblätter des Rapses) anwenden. Zu diesem Zeitpunkt fördert die wachstumsregulierende Wirkung eine flache Rosettenbildung, verhindert das Überwachsen des Vegetationspunktes vor dem Winter und schützt deine Kulturen gleichzeitig vor frühem Befall durch die Wurzelhals- und Stängelfäule (Leptosphaeria maculans).

Wie unterstützt AMBARAC die Standfestigkeit im Getreide?

Durch die Hemmung der Gibberellinsynthese verkürzt der Wirkstoff Metconazol die Internodienabstände der Getreidehalme. Dies führt zu einem kompakteren Wuchs und stabileren Halmen, was das Risiko von Lagergetreide bei Starkregen oder Wind deutlich reduziert und dir die spätere Ernte erleichtert.

Kann ich AMBARAC auch bei niedrigen Temperaturen im zeitigen Frühjahr einsetzen?

Ja, Metconazol besitzt eine gute Systemik und Wirkung auch bei kühleren Temperaturen ab etwa 5 bis 8 °C. Für eine optimale Aufnahme und systemische Verteilung in der Kultur sind jedoch wüchsige Bedingungen und Temperaturen über 10 °C ideal. Vermeide Anwendungen bei Frost oder wenn Nachtfröste unmittelbar bevorstehen.

Welche Rolle spielt AMBARAC beim Schutz vor Ährenfusarium im Weizen?

AMBARAC kann gezielt während der Blüte (BBCH 61 bis 65) eingesetzt werden, um das Risiko einer Infektion mit Fusarium-Arten zu minimieren. Eine rechtzeitige Behandlung schützt nicht nur deinen Ertrag, sondern reduziert auch die Belastung des Ernteguts mit Mykotoxinen (wie DON), was für die Vermarktungsfähigkeit deines Getreides entscheidend ist.

Wie finde ich auf agronomy.farmable.tech weitere zugelassene Mischpartner für dieses Produkt?

Du kannst im Hub gezielt nach den registrierten Kulturen (wie Weizen oder Raps) filtern und die Schaderreger-Datenbank nutzen. Dort siehst du, welche anderen Pflanzenschutzmittel für dieselbe Indikation zugelassen sind, um eine wirksame und resistenzvorbeugende Spritzfolge oder Tankmischung zu planen.

Warum ist die Einhaltung der vollen Aufwandmenge von 1,5 l/ha bei AMBARAC so wichtig?

Eine Reduzierung der Aufwandmenge erhöht das Risiko, dass subletale Dosen ausgebracht werden. Dies begünstigt das Überleben von Pilzstämmen mit geringerer Empfindlichkeit gegenüber DMIs (Triazolen) und beschleunigt die Resistenzentwicklung. Um die langfristige Wirksamkeit des Wirkstoffs zu sichern, solltest du stets die voll registrierte Aufwandmenge nutzen.