Alliance
Alliance ist ein leistungsstarkes, selektives Herbizid zur Bekämpfung von einjährigen zweikeimblättrigen Unkräutern und dem Gemeinen Windhalm in verschiedenen Getreidekulturen. Als wasserdispergierbares Granulat (WG) formuliert, kombiniert dieses Pflanzenschutzmittel zwei bewährte Wirkstoffe mit komplementären Eigenschaften, um eine breite und nachhaltige Wirkung im Nachauflauf zu gewährleisten. Es hat sich als verlässlicher Baustein in der Unkrautbekämpfung von Winter- und Sommergetreide etabliert.
Durch die Kombination von Boden- und Blattwirkung erfasst Alliance bereits aufgelaufene Schaderreger und verhindert gleichzeitig über einen längeren Zeitraum den Keimlingstransport neuer Unkräuter. Dies macht das Produkt besonders flexibel in der zeitlichen Einplanung, da es die Kulturen in den sensiblen frühen Entwicklungsstadien effektiv unkrautfrei hält und somit das Ertragspotenzial von Anfang an sichert.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Die hervorragende Wirkung von Alliance basiert auf dem Zusammenspiel zweier unterschiedlicher Wirkmechanismen. Der Wirkstoff Diflufenican gehört zur HRAC-Gruppe 12 (F1) und blockiert die Phytoen-Desaturase, ein Schlüsselenzym bei der Biosynthese von Carotinoiden. Dies führt zum Zusammenbruch des Chlorophylls und äußert sich in charakteristischen Aufhellungen (Bleaching) an den Triebspitzen der betroffenen Schaderreger. Diflufenican wirkt primär über den Boden und bildet einen feinen Belag auf der Bodenoberfläche, der auflaufende Unkräuter beim Durchstoßen erfasst. Metsulfuron (HRAC-Gruppe 2 / B) hingegen ist ein Sulfonylharnstoff, der die Acetolactat-Synthase (ALS) hemmt. Dieses Enzym ist essenziell für die Synthese der verzweigtkettigen Aminosäuren Valin, Leucin und Isoleucin. Nach der schnellen Aufnahme über das Blatt und die Wurzel wird der Wirkstoff systemisch in der Pflanze transportiert, was zu einem sofortigen Wachstumsstopp der empfindlichen Unkräuter führt, gefolgt von Nekrosen und dem vollständigen Absterben.
Resistenzmanagement
Um der Entstehung von Resistenzen, insbesondere bei weit verbreiteten Schaderregern wie dem Gemeinen Windhalm, wirksam vorzubeugen, solltest du Alliance stets im Rahmen eines integrierten Pflanzenschutzkonzepts einsetzen. Da das Produkt bereits zwei unterschiedliche Wirkstoffklassen (HRAC 12 und HRAC 2) kombiniert, bietet es von Haus aus ein integriertes Antiresistenzmanagement. Dennoch empfiehlt es sich, in der Fruchtfolge regelmäßig Wirkstoffe mit anderen Mechanismen abzuwechseln und mechanische Maßnahmen zur Unkrautregulierung einzubeziehen.
Mischbarkeit & Tankmischung
Alliance zeichnet sich durch eine gute Mischbarkeit mit vielen gängigen Fungiziden, Insektiziden und flüssigen Stickstoffdüngern (AHL) aus. Bei Mischungen mit AHL sollte das Herbizid jedoch vorab vollständig in Wasser gelöst werden, um Ausfällungen zu vermeiden. Achte auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge und vermeide extreme pH-Werte des Spritzwassers. Um die Benetzung und Wirkstoffaufnahme bei ungünstigen Witterungsbedingungen wie anhaltender Trockenheit zu optimieren, kann der Zusatz eines zugelassenen Netzmittels sinnvoll sein.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit Alliance ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung bei der Anmischung und Ausbringung obligatorisch. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse vorgegeben ist, solltest du zum Schutz von Bestäubern die Anwendung generell nicht in blühende Bestände legen und Abdriften auf blühende Beikräuter in der Umgebung vermeiden; eine Applikation in den Abendstunden ist hierbei die sicherste Praxis. Um aquatische Organismen und die Bodenfauna zu schonen, sind die allgemeinen Abstandsauflagen zu Gewässern und Saumstrukturen strikt einzuhalten und Abschwemmungen durch bodenschonende Bewirtschaftung zu verhindern.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Winterroggen | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 10–29 | 65 GRAM_PER_HECTARE | — |
| Winterroggen | Gemeiner Windhalm, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 13–29 | 100 GRAM_PER_HECTARE | — |
| Sommergerste | Gemeiner Windhalm, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 13–29 | 100 GRAM_PER_HECTARE | — |
| Winterweichweizen | Gemeiner Windhalm, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 13–29 | 100 GRAM_PER_HECTARE | — |
| Winterweichweizen | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 10–29 | 65 GRAM_PER_HECTARE | — |
| Wintergerste | Gemeiner Windhalm, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 13–29 | 100 GRAM_PER_HECTARE | — |
| Wintertriticale | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 10–29 | 65 GRAM_PER_HECTARE | — |
| Wintergerste | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 10–29 | 65 GRAM_PER_HECTARE | — |
| Wintertriticale | Gemeiner Windhalm, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 13–29 | 100 GRAM_PER_HECTARE | — |
| Sommerweichweizen | Gemeiner Windhalm, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 13–29 | 100 GRAM_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Anwendung von Alliance im Getreide?
Der beste Behandlungszeitpunkt liegt im frühen Nachauflauf der Kulturen (ab BBCH-Stadium 10 bis BBCH-Stadium 29), wenn die Unkräuter noch klein und aktiv im Wachstum sind. Zu diesem Zeitpunkt nutzen die Wirkstoffe ihre kombinierte Blatt- und Bodenwirkung optimal aus.
Kann ich Alliance auch bei niedrigen Temperaturen im Spätherbst spritzen?
Ja, Alliance wirkt auch bei kühleren Temperaturen im Herbst gut, solange die Unkräuter noch assimilieren und kein Dauerfrost herrscht. Die Bodenwirkung von Diflufenican bleibt auch bei niedrigen Temperaturen stabil, während die systemische Wirkung von Metsulfuron bei aktivem Wachstum beschleunigt wird.
Was musst du bei der Nachbauplanung nach dem Einsatz von Alliance beachten?
Aufgrund der Bodenaktivität und Persistenz von Metsulfuron und Diflufenican solltest du bei normalem Kulturwechsel die üblichen Wartezeiten einhalten. Nach einer normalen Ernte im Sommer können in der Regel Wintergetreide und Raps problemlos nachgebaut werden; bei vorzeitigem Umbruch sind spezifische Richtlinien zur Bodenbearbeitung zu beachten.
Wie verhält sich Alliance bei anhaltender Trockenheit nach der Spritzung?
Bei starker Trockenheit kann die Bodenwirkung von Diflufenican verzögert einsetzen, da Feuchtigkeit für den Transport im Bodenkeimling nötig ist. Die Blattwirkung von Metsulfuron bleibt jedoch bestehen, sofern die Unkräuter nicht unter starkem Trockenstress stehen; in solchen Phasen empfiehlt sich die Behandlung in den feuchteren Morgenstunden.
Wie findest du im Agronomy-Hub weitere zugelassene Pflanzenschutzmittel für deine Kulturen?
Du kannst im Hub direkt nach deiner spezifischen Kultur (z. B. Winterweichweizen oder Wintergerste) filtern und die Liste der registrierten Pflanzenschutzmittel nach Wirkstoffen, Schaderregern oder Anwendungsfenstern sortieren, um die passende Behandlungsstrategie für deinen Betrieb zu planen.
Warum ist die Kombination der beiden Wirkstoffe in Alliance so vorteilhaft?
Durch die Kombination von Diflufenican (HRAC 12) und Metsulfuron (HRAC 2) werden zwei völlig unterschiedliche Stoffwechselwege der Unkräuter blockiert. Das erweitert nicht nur das Wirkungsspektrum erheblich, sondern minimiert auch das Risiko, dass Schaderreger Resistenzen gegen einen der Einzelwirkstoffe entwickeln.