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Sonstige · Sharda Cropchem Espana S.L.

AGOLA

BVL Zul.-Nr. 00B033-60

AGOLA ist ein hochwirksames, selektives Herbizid zur gezielten Bekämpfung von einkeimblättrigen Unkräutern (Ungräsern) und der Gemeinen Quecke. Formuliert als Emulsionskonzentrat (EC), dringt der systemische Wirkstoff Propaquizafop schnell in die Blätter der Schadgräser ein und verteilt sich systemisch in der gesamten Pflanze bis in die Wurzeln und Rhizome. Dies macht das Pflanzenschutzmittel zu einem unverzichtbaren Baustein im modernen Acker- und Sonderkulturbau.

Dank seiner breiten Zulassung in einer Vielzahl von zweikeimblättrigen Kulturen – darunter Raps, Kartoffeln, Zuckerrüben, Leguminosen sowie verschiedene Gemüse- und Beerenobstkulturen – bietet AGOLA eine enorme Flexibilität in der Fruchtfolge. Es ermöglicht dir, hartnäckige Ungräser gezielt dann auszuschalten, wenn sie die Kultur am stärksten konkurrenzieren, ohne die Kultur selbst zu gefährden.

Wirkstoffe

Propaquizafop
100 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der Wirkstoff Propaquizafop gehört zur chemischen Gruppe der Aryloxyphenoxypropionate (bekannt als "Fops") und ist im HRAC-System der Gruppe 1 (ehemals Gruppe A) zugeordnet. Er wirkt als selektiver Inhibitor des Enzyms Acetyl-CoA-Carboxylase (ACCase). Dieses Enzym ist essenziell für die Fettsäurebiosynthese in einkeimblättrigen Pflanzen. Zweikeimblättrige Kulturen besitzen eine andere Struktur dieses Enzyms und sind daher von Natur aus tolerant gegenüber dem Wirkstoff. Nach der Aufnahme über die Blätter wird der Wirkstoff rasch in die aktiven Wachstumszonen (Meristeme) der Ungräser transportiert. Dort führt die Hemmung der Fettsäuresynthese zum schnellen Wachstumsstopp. Innerhalb weniger Tage verfärben sich die Herzblätter der Schadgräser gelblich bis rötlich, sterben ab und lassen sich leicht aus der Blattscheide ziehen. Der vollständige Absterbeprozess der gesamten Pflanze inklusive der unterirdischen Ausläufer ist nach etwa zwei bis vier Wochen abgeschlossen.

Resistenzmanagement

Um einer Resistenzbildung bei Ungräsern (insbesondere bei Acker-Fuchsschwanz oder Windhalm) vorzubeugen, solltest du AGOLA stets in ein integriertes Herbizidkonzept einbinden. Vermeide den wiederholten, alleinigen Einsatz von ACCase-Hemmern (HRAC-Gruppe 1) auf derselben Fläche. Nutze stattdessen Fruchtfolgemaßnahmen, mechanische Unkrautbekämpfung und wechsle die Wirkstoffklassen (z. B. durch den Einsatz von Bodenherbiziden mit anderen Wirkungsmechanismen im Herbst oder Frühjahr) konsequent ab.

Mischbarkeit & Tankmischung

AGOLA ist im Allgemeinen gut mit vielen gängigen Fungiziden und Insektiziden mischbar. Bei geplanten Tankmischungen mit anderen Herbiziden, insbesondere gegen zweikeimblättrige Unkräuter, kann es jedoch zu antagonistischen Effekten kommen, die die Wirkung gegen die Ungräser mindern. Achte darauf, solche Mischungen vorab auf Verträglichkeit zu prüfen oder die Anwendungen im Abstand von einigen Tagen getrennt durchzuführen. Verwende stets sauberes Spritzwasser und achte auf eine feintropfige Applikation bei wüchsigem Wetter, um die Wirkstoffaufnahme zu optimieren.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit AGOLA ist die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Schutzhandschuhen und Augenschutz, zu tragen. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse im Datenblatt vorgegeben ist, gilt die allgemeine Vorsichtsregel: Vermeide Anwendungen auf blühenden Kulturen oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Nahrungssuche sind. Um Gewässer und Nichtzielorganismen zu schützen, solltest du Abdrift auf angrenzende Flächen strikt vermeiden und die Anwendung vorzugsweise in den windstillen Abendstunden durchführen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
WinterrapsEinjährige einkeimblättrige Unkräuter13–291 LITER_PER_HECTARE90T
FutterrübeGemeine Quecke1 LITER_PER_HECTARE
KartoffelEinjährige einkeimblättrige Unkräuter13–291 LITER_PER_HECTARE35T
WinterrapsEinjährige einkeimblättrige Unkräuter21–391 LITER_PER_HECTARE90T
SpeisezwiebelEinjährige einkeimblättrige Unkräuter11–450.75 LITER_PER_HECTARE35T
MöhreEinjährige einkeimblättrige Unkräuter11–450.75 LITER_PER_HECTARE35T
Kopfkohl (Rot-, Weiß-, Spitz- und Wirsingkohl)Einjährige einkeimblättrige Unkräuter11–190.75 LITER_PER_HECTARE35T
AckerbohneEinjährige einkeimblättrige Unkräuter13–390.75 LITER_PER_HECTARE42T
FuttererbseEinjährige einkeimblättrige Unkräuter13–390.75 LITER_PER_HECTARE42T
ErdbeereEinjährige einkeimblättrige Unkräuter0.75 LITER_PER_HECTARE35T
SonnenblumeGemeine Quecke1 LITER_PER_HECTARE90T
KartoffelGemeine Quecke1 LITER_PER_HECTARE35T
ZuckerrübeGemeine Quecke1 LITER_PER_HECTARE
FuttererbseGemeine Quecke1 LITER_PER_HECTARE42T
WinterrapsGemeine Quecke21–391 LITER_PER_HECTARE90T
LeinEinjährige einkeimblättrige Unkräuter0.75 LITER_PER_HECTARE
WinterrapsGemeine Quecke1 LITER_PER_HECTARE90T
SonnenblumeEinjährige einkeimblättrige Unkräuter13–390.75 LITER_PER_HECTARE90T
AckerbohneGemeine Quecke1 LITER_PER_HECTARE42T
SojabohneEinjährige einkeimblättrige Unkräuter0.75 LITER_PER_HECTARE90T
WurzelpetersilieEinjährige einkeimblättrige Unkräuter11–450.75 LITER_PER_HECTARE35T
Beten (Rote, Gelbe, Weiße Bete)Einjährige einkeimblättrige Unkräuter1 LITER_PER_HECTARE49T
ZuckerrübeEinjährige einkeimblättrige Unkräuter12–391 LITER_PER_HECTARE
FutterrübeEinjährige einkeimblättrige Unkräuter12–391 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der beste Zeitpunkt für die Anwendung von AGOLA gegen einjährige Ungräser?

Der optimale Behandlungszeitpunkt liegt im Frühjahr oder Herbst, sobald die Ungräser aufgelaufen sind und sich im aktiven Wachstum befinden (idealerweise im 2-Blatt- bis Bestockungsstadium). Zu diesem Zeitpunkt ist die aufnehmende Blattfläche ausreichend groß und der Saftstrom transportiert den Wirkstoff schnell in die Wachstumszonen.

Wie bekämpfe ich die Gemeine Quecke mit AGOLA am effektivsten?

Für eine erfolgreiche Bekämpfung der Gemeinen Quecke musst du warten, bis diese genügend Blattmasse gebildet hat (ca. 15–20 cm Wuchshöhe). Nur so kann eine ausreichende Menge des Wirkstoffs aufgenommen und in das weit verzweigte Rhizomsystem transportiert werden, um die Pflanze nachhaltig abzutöten.

Welchen Einfluss hat das Wetter auf die Wirkung des Herbizids?

Warme, wüchsige Wetterbedingungen mit ausreichender Luftfeuchtigkeit fördern die Wirkstoffaufnahme und beschleunigen den Bekämpfungserfolg. Bei extremer Trockenheit, Frost oder wenn die Ungräser unter Stress stehen, ist die Wachstumsaktivität reduziert, was die Wirkung von AGOLA beeinträchtigen kann.

Ist AGOLA regenfest und wie schnell zieht der Wirkstoff ein?

AGOLA zeichnet sich durch eine schnelle Regenfestigkeit aus. Bereits ein bis zwei Stunden nach der Applikation ist der Wirkstoff so weit in die Wachsschicht der Blätter eingedrungen, dass nachfolgender Niederschlag die Wirkung nicht mehr negativ beeinflusst.

Kann ich AGOLA auch in Mischung mit Mikronährstoffen ausbringen?

Ja, die Zumischung von Mikronährstoffen ist in der Regel möglich, sofern diese gut löslich sind. Dennoch solltest du vorab eine Mischprobe in einem kleinen Gefäß durchführen, um physikalische Unverträglichkeiten oder Ausfällungen auszuschließen. Vermeide extreme Mischungspartner, die den pH-Wert der Spritzbrühe stark verändern.

Wie finde ich im Portal weitere zugelassene Pflanzenschutzmittel für meine Kultur?

Nutze einfach die Such- und Filterfunktion auf agronomy.farmable.tech. Wähle deine spezifische Kultur (z. B. Winterraps oder Kartoffel) und den Ziel-Schaderreger aus, um eine vollständige Liste aller in Deutschland zugelassenen Pflanzenschutzmittel inklusive ihrer Anwendungsbestimmungen anzuzeigen.