ADDITION
ADDITION ist ein leistungsstarkes, flüssiges Herbizid zur Bekämpfung von einjährigen einkeimblättrigen und zweikeimblättrigen Unkräutern in Wintergetreide. Durch die Kombination der beiden bewährten Wirkstoffe Diflufenican und Pendimethalin bietet das Pflanzenschutzmittel eine breite und zuverlässige Wirkung im Herbst. Es ist speziell für den Einsatz in Kulturen wie Wintergerste, Winterweichweizen, Winterroggen und Wintertriticale konzipiert, um junge Bestände frühzeitig von der Konkurrenz durch Schaderreger zu befreien.
Die Formulierung zeichnet sich durch eine hervorragende Bodenwirksamkeit aus, die durch eine ergänzende Blattwirkung unterstützt wird. Dies sichert eine langanhaltende Kontrolle von Unkräutern, die über einen längeren Zeitraum keimen. ADDITION etabliert sich damit als ein wichtiges Basis-Herbizid im Getreidebau, das die Ertragsbildung deiner Kulturen von Anfang an absichert.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Die Wirksamkeit von ADDITION basiert auf zwei komplementären Wirkungsmechanismen. Der Wirkstoff Pendimethalin gehört zur HRAC-Gruppe 3 (ehemals K1) und hemmt die Mikrotubuli-Bildung in den Zellen der Keimlinge. Dies führt zu einer Störung der Zellteilung und des Zellstreckungswachstums, wodurch empfindliche Schaderreger bereits während oder kurz nach der Keimung absterben. Pendimethalin wird hauptsächlich über die Wurzeln und den Hypokotylbereich aufgenommen. Diflufenican wiederum ist der HRAC-Gruppe 12 (ehemals F3) zugeordnet. Es hemmt das Enzym Phytoen-Desaturase (PDS), welches eine Schlüsselrolle in der Biosynthese von Carotinoiden spielt. Ohne diese Schutzpigmente wird das Chlorophyll durch Sonnenlicht zerstört, was zu den typischen Ausbleichsymptomen (Bleaching) und dem anschließenden Absterben der Unkräuter führt. Diflufenican wirkt sowohl über den Boden als auch über das Blattgewebe junger Unkräuter und sorgt für einen langanhaltenden Wirkungsfilm auf der Bodenoberfläche.
Resistenzmanagement
Um der Entstehung von Resistenzen wirksam vorzubeugen, nutzt ADDITION die Kombination zweier unterschiedlicher Wirkstoffklassen (HRAC-Gruppen 3 und 12). Dies erschwert es den Schaderregern, Anpassungsmechanismen zu entwickeln. Du solltest dieses Pflanzenschutzmittel im Rahmen eines integrierten Pflanzenschutzes einsetzen und im Frühjahr oder in den Folgekulturen auf Herbizide mit anderen Wirkmechanismen (wie z. B. ALS-Hemmer oder ACCase-Hemmer) setzen. Achte zudem auf pflanzenbauliche Maßnahmen wie eine abwechslungsreiche Fruchtfolge und eine sorgfältige Bodenbearbeitung, um den Selektionsdruck auf einzelne Wirkstoffklassen zu minimieren.
Mischbarkeit & Tankmischung
ADDITION ist im Allgemeinen gut mit anderen gängigen Herbstherbiziden sowie Blattdüngern mischbar. Bei geplanten Tankmischungen solltest du jedoch stets vorab eine physikalische Mischprobe durchführen, um die Verträglichkeit der Komponenten zu prüfen. Achte auf eine ausreichende Wassermenge von mindestens 200 bis 400 l/ha, um eine gleichmäßige Benetzung des Bodens und der Unkräuter zu gewährleisten. Die Anwendung sollte auf gut abgesetzte, feine Saatbetten ohne grobe Klumpen erfolgen, da organische Substanz und Klumpen die Bodenwirkung beeinträchtigen können.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit ADDITION ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (wie Schutzanzug, Schutzhandschuhe und Schutzbrille) bei der Ansetzung der Spritzbrühe und der Ausbringung unerlässlich. Da das Produkt Wirkstoffe mit hoher Bodenhaftung und Relevanz für Gewässerorganismen enthält, musst du Abdrift auf angrenzende Flächen und Gewässer unbedingt vermeiden. Nutze abdriftmindernde Düsentechnik und halte dich an die allgemeinen Gewässerschutzauflagen. Zum Schutz von Wildbienen und anderen Bestäubern empfiehlt es sich, die Anwendung nicht auf blühende Bestände oder Bereiche, in denen Bienen aktiv auf Nahrungssuche sind, auszudehnen und die Behandlung bevorzugt in den Abendstunden durchzuführen.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Wintergerste | Gemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 10–13 | 2.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Gräser | Gemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 12–31 | 2.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Wintertriticale | Gemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 10–13 | 2.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterweichweizen | Gemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 10–13 | 2.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterroggen | Gemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 10–13 | 2.5 LITER_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Anwendung von ADDITION im Herbst?
Der beste Behandlungszeitpunkt liegt im frühen Nachauflauf deiner Kultur (BBCH 10 bis 13), wenn die Unkräuter gerade keimen oder sich im Keimblattstadium befinden. Zu diesem Zeitpunkt ist die Bodenfeuchtigkeit meist optimal, was die Aufnahme der Wirkstoffe über die Wurzeln und den Keimling stark begünstigt.
Welche Rolle spielt die Bodenfeuchtigkeit für die Wirkung von ADDITION?
Da sowohl Pendimethalin als auch Diflufenican einen Wirkstofffilm auf der Bodenoberfläche bilden, ist eine ausreichende Bodenfeuchtigkeit entscheidend für den Bekämpfungserfolg. Auf sehr trockenen Böden kann die Wirkung verzögert einsetzen; ideal sind feuchte, feinkrümelige Saatbetten ohne große Strohauflagen, auf denen du eine gleichmäßige Verteilung erzielen kannst.
Kann ich ADDITION auch auf drainierten Flächen anwenden?
Bei der Anwendung auf drainierten Flächen musst du die spezifischen Anwendungsbestimmungen des BVL zum Schutz des Grundwassers und von Oberflächengewässern beachten. Generell solltest du auf drainierten Flächen besondere Vorsicht walten lassen, um einen Eintrag der Wirkstoffe in das Entwässerungssystem zu verhindern.
Wie verhält sich ADDITION bei Spätfrösten nach der Anwendung?
Leichte Nachtfröste beeinträchtigen die Herbizidwirkung in der Regel nicht, solange deine Kultur gut etabliert und vital ist. Du solltest die Behandlung jedoch vermeiden, wenn extreme Frostperioden unmittelbar bevorstehen oder die Kulturpflanzen durch Staunässe oder Vorschädigungen gestresst sind.
Wie finde ich im Agronomy-Hub weitere zugelassene Produkte gegen den Gemeinen Windhalm?
Du kannst im Hub direkt nach dem Schaderreger 'Gemeiner Windhalm' suchen oder die Filterfunktion nutzen, um alle für deine spezifische Kultur registrierten Pflanzenschutzmittel aufzulisten und deren Wirkstoffe miteinander zu vergleichen.
Was muss ich bei der Nachbauplanung beachten, wenn eine Kultur vorzeitig umgebrochen werden muss?
Sollte ein vorzeitiger Umbruch deiner Getreidekultur notwendig sein, ist aufgrund der langen Bodenaktivität von Pendimethalin und Diflufenican eine tiefe Bodenbearbeitung (Pflügen) zwingend erforderlich, bevor du empfindliche Folgekulturen einsäst. Informiere dich vorab über die verträglichen Nachbaukulturen.