Acustic
Acustic ist ein hochwirksames Fungizid zur gezielten Bekämpfung der Sprühfleckenkrankheit (Blumeriella jaapii) im Steinobstbau. Als flüssiges Suspensionskonzentrat (SC) formuliert, lässt sich das Pflanzenschutzmittel hervorragend dosieren und gleichmäßig in der Spritzbrühe verteilen. Es hat sich als verlässlicher Baustein im professionellen Kirschanbau etabliert, um frühzeitigen Blattfall und damit einhergehende Vitalitäts- und Ertragseinbußen bei Süß- und Sauerkirschen effektiv zu verhindern.
Der Fokus der Anwendung liegt auf der kritischen Phase der Fruchtentwicklung. Durch seine hervorragende Haftung auf der Blattoberfläche bietet Acustic einen langanhaltenden Schutzfilm, der auch unter wechselhaften Witterungsbedingungen stabil bleibt. Dies macht das Mittel zu einem unverzichtbaren Werkzeug für Obstbaubetriebe, die auf eine hohe Fruchtqualität und vitale Bestände angewiesen sind.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der Wirkstoff Dodin gehört zur chemischen Gruppe der Guanidine (FRAC-Gruppe 24). Die Wirkung von Acustic basiert auf der Störung der Membranpermeabilität der Pilzzellen. Dodin lagert sich in die Zellmembran der Schaderreger ein und zerstört deren strukturelle Integrität. Dies führt zu einem unkontrollierten Austritt von lebenswichtigen Zellbestandteilen und letztlich zum Absterben des Pilzmyzels sowie zur Hemmung der Sporenkeimung. Dank dieser physikalisch-chemischen Wirkungsweise besitzt das Pflanzenschutzmittel sowohl protektive als auch kurative Eigenschaften. Es schützt nicht nur das gesunde Gewebe vor einer Neuinfektion, sondern kann auch bereits stattgefundene Infektionen in einem frühen Stadium stoppen, indem es das Wachstum des Pilzes im Blattgewebe blockiert.
Resistenzmanagement
Um das Risiko einer Resistenzbildung bei Blumeriella jaapii zu minimieren, solltest du Acustic stets im Wechsel mit Fungiziden aus anderen Wirkstoffklassen einsetzen. Da Dodin einen spezifischen Wirkungsmechanismus besitzt, eignet es sich hervorragend für ein vorausschauendes Antiresistenzmanagement. Die maximale Anzahl der Anwendungen pro Saison gemäß den BVL-Zulassungsbestimmungen darf nicht überschritten werden, und bei hohem Infektionsdruck empfiehlt sich der gezielte Wechsel der Wirkmechanismen.
Mischbarkeit & Tankmischung
Acustic zeichnet sich durch eine gute physikalische Mischbarkeit mit vielen gängigen Pflanzenschutzmitteln und Blattdüngern aus. Dennoch solltest du vor der Ansetzung größerer Mengen stets eine kleine Mischprobe (Kübeltest) durchführen. Achte auf eine ausreichende Wasserqualität und vermeide extrem hartes oder stark saures Wasser. Um eine optimale Benetzung der Blattoberflächen zu gewährleisten, ist die Anwendung in den kühleren Morgen- oder Abendstunden ratsam, wenn die Luftfeuchtigkeit höher ist und die Spritzbrühe langsamer antrocknet.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit Acustic ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Handschuhen und Augenschutz, unerlässlich, um direkten Haut- und Augenkontakt zu vermeiden. Zum Schutz von Gewässern und Nichtzielorganismen müssen Abdrift mindernde Düsen verwendet und die gesetzlichen Abstandsauflagen strikt eingehalten werden. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse in den Stammdaten vorgegeben ist, solltest du zum Schutz von Bestäubern generell auf Anwendungen in blühende Bestände verzichten und Behandlungen bevorzugt in den späten Abendstunden durchführen, wenn kein Bienenflug mehr stattfindet.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Süßkirsche | Sprühfleckenkrankheit (Blumeriella jaapii) | 71–79 | 1.7 LITER_PER_HECTARE | 14T |
| Sauerkirsche | Sprühfleckenkrankheit (Blumeriella jaapii) | 71–79 | 1.7 LITER_PER_HECTARE | 14T |
Häufige Fragen
Wie erkennst du den optimalen Zeitpunkt für eine Behandlung mit Acustic?
Der optimale Behandlungszeitraum liegt in den BBCH-Stadien der Fruchtentwicklung nach der Blüte. Du solltest deine Bestände regelmäßig auf erste kleine, violett-rote Flecken auf den Blattoberseiten kontrollieren, besonders nach warmen Regenperioden, welche die Sporenausschüttung begünstigen. Eine vorbeugende Behandlung kurz vor vorhergesagten Infektionsbedingungen ist meist am wirksamsten.
Warum ist die Bekämpfung der Sprühfleckenkrankheit im Sommer so wichtig für das Folgejahr?
Ein starker Befall führt zu vorzeitigem Blattfall mitten im Sommer. Dadurch fehlt der Kultur die nötige Assimilationsfläche, um Reservestoffe für den Winter einzulagern. Dies schwächt den Baum massiv, mindert die Frosthärte und führt im Folgejahr zu einem deutlich reduzierten Blüten- und Fruchtansatz.
Kann Acustic auch bei feuchtem Wetter appliziert werden?
Acustic besitzt nach dem Antrocknen eine sehr gute Regenbeständigkeit. Dennoch sollte die Spritzbrühe vor dem nächsten Regenereignis vollständig angetrocknet sein (ca. 1–2 Stunden), um eine optimale Haftung und Verteilung des Wirkstoffs auf der Kutikula zu gewährleisten. Vermeide Applikationen auf klatschnasse Blätter, da dies zu Wirkstoffverlusten durch Abschwemmung führt.
Welche Rolle spielt die Temperatur bei der Anwendung von Acustic?
Dodin entfaltet seine Wirkung auch bei kühleren Temperaturen ab etwa 10 °C zuverlässig. Du solltest das Pflanzenschutzmittel jedoch nicht bei extremer Hitze (über 25 °C) oder starker Sonneneinstrahlung spritzen, um phytotoxische Reaktionen an den Blättern und Früchten zu vermeiden. Die kühleren Abendstunden sind für die Applikation ideal.
Wie integrierst du Acustic am besten in eine nachhaltige Spritzfolge?
Nutze Acustic strategisch als Baustein im mittleren Drittel der Saison. Durch den gezielten Wechsel mit Wirkstoffen aus anderen FRAC-Klassen (wie z. B. Strobilurinen oder SDHI) verhinderst du, dass der Schaderreger Resistenzen gegen Dodin entwickelt. Achte darauf, die maximale Anzahl an Dodin-Anwendungen pro Jahr konsequent einzuhalten.
Wie entsorgst du Reste der Spritzbrühe umweltschonend?
Eventuell verbleibende Reste der Spritzbrühe solltest du im Verhältnis 1:10 mit Wasser verdünnen und auf der zuvor behandelten Kulturfläche ausbringen. Spüle den Tank und die Leitungen gründlich direkt auf dem Feld. Reste dürfen niemals in die Kanalisation, Hofabläufe oder Oberflächengewässer gelangen.