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Sonstige · Nufarm Deutschland GmbH

Acupro

BVL Zul.-Nr. 006366-61

Acupro ist ein hochwirksames Herbizid zur Bekämpfung von einjährigen zweikeimblättrigen Unkräutern und dem Gemeinen Windhalm in verschiedenen Getreidekulturen. Das von Nufarm vertriebene Pflanzenschutzmittel ist als wasserdispergierbares Granulat formuliert und kombiniert zwei bewährte Wirkstoffe mit komplementären Eigenschaften. Durch diese Kombination bietet das Produkt eine breite und zuverlässige Wirkung sowohl über das Blatt als auch über den Boden, was eine flexible Anwendung im Nachauflauf ermöglicht.

Die Zulassung erstreckt sich über wichtige Winter- und Sommergetreidekulturen wie Winterweichweizen, Wintergerste, Winterroggen, Wintertriticale sowie Sommergerste und Sommerweichweizen. Mit seinem breiten Wirkungsspektrum erfasst Acupro die typischen Unkrautgesellschaften im Getreidebau und sorgt für einen unkrautfreien Start der Kulturen in der kritischen frühen Entwicklungsphase.

Wirkstoffe

Diflufenican
600 g/kg · Wirkstoff
Metsulfuron
60 g/kg · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die hervorragende Herbizidwirkung von Acupro basiert auf dem Zusammenspiel zweier unterschiedlicher Wirkungsmechanismen. Der Wirkstoff Diflufenican gehört zur HRAC-Gruppe 12 und blockiert die Phytoen-Desaturase, ein Schlüsselenzym in der Biosynthese von Carotinoiden. Dies führt zu einem Mangel an schützenden Pigmenten, wodurch das Chlorophyll unter Lichteinfluss zerstört wird. Sichtbar wird dies durch charakteristische Aufhellungen (Bleaching) und das anschließende Absterben der empfindlichen Schaderreger. Diflufenican wirkt vor allem über den Boden und bildet einen feinen Belag auf der Bodenoberfläche, der von auflaufenden Unkräutern aufgenommen wird. Metsulfuron hingegen gehört zur HRAC-Gruppe 2 (Sulfonylharnstoffe) und hemmt das Enzym Acetolactat-Synthase (ALS), welches für die Synthese der essenziellen Aminosäuren Valin, Leucin und Isoleucin unverzichtbar ist. Nach der Aufnahme über das Blatt und die Wurzel wird der Wirkstoff rasch in der Kultur transportiert. Ein sofortiger Wachstumsstopp der Schaderreger ist die Folge, gefolgt von einer allmählichen Nekrose und dem vollständigen Absterben der Unkräuter innerhalb weniger Wochen.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Wirkstoffresistenzen vorzubeugen, solltest du Acupro stets in ein integriertes Herbizidmanagement einbinden. Da der Wirkstoff Metsulfuron der ALS-Hemmer-Gruppe (HRAC 2) angehört, für die bereits Resistenzen bei verschiedenen Unkrautarten bekannt sind, ist ein bewusster Wirkstoffwechsel unerlässlich. Kombiniere oder rotiere Acupro in der Fruchtfolge mit Herbiziden, die andere Wirkmechanismen aufweisen, wie beispielsweise Bodenherbizide aus anderen HRAC-Klassen im Herbst oder Wuchsstoffe im Frühjahr. Zudem unterstützen ackerbauliche Maßnahmen wie eine abwechslungsreiche Fruchtfolge und eine sorgfältige Bodenbearbeitung die langfristige Wirksamkeit dieses Pflanzenschutzmittels.

Mischbarkeit & Tankmischung

Acupro zeichnet sich durch eine gute Mischbarkeit mit vielen gängigen Getreideherbiziden, Fungiziden und flüssigen Blattdüngern aus. Bei geplanten Tankmischungen solltest du jedoch stets vorab eine physikalische Mischprobe in einem kleinen Gefäß durchführen. Achte darauf, das Granulat als erste Komponente im Spritztank vollständig in Wasser aufzulösen, bevor du weitere flüssige Formulierungen oder Additive hinzugibst. Für eine optimale Benetzung und Wirkstoffaufnahme, insbesondere bei trockener Witterung oder fortgeschrittenem Unkrautwachstum, kann der Zusatz eines zugelassenen Netzmittels die Wirkung absichern. Vermeide Behandlungen bei extremen Temperaturen oder wenn die Kulturen unter Stress stehen.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Acupro ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung bei der Handhabung des Konzentrats und der Anwendung obligatorisch. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse angegeben ist, solltest du aus Gründen des vorsorgenden Umweltschutzes die Anwendung nicht in blühende Bestände oder an Orten durchführen, an denen Bienen aktiv auf Trachtsuche sind; verlege die Behandlung vorzugsweise in die Abendstunden. Um Einträge in Oberflächengewässer und angrenzende Biotope zu vermeiden, sind die allgemeinen Abdriftminderungsauflagen strikt einzuhalten und ein direkter Eintrag in Gewässer über Abschwemmung oder Winddrift ist durch einen angemessenen Sicherheitsabstand zu verhindern.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
WinterweichweizenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter10–2965 GRAM_PER_HECTARE
WinterweichweizenGemeiner Windhalm, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter13–29100 GRAM_PER_HECTARE
WinterroggenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter10–2965 GRAM_PER_HECTARE
WintertriticaleGemeiner Windhalm, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter13–29100 GRAM_PER_HECTARE
WintertriticaleEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter10–2965 GRAM_PER_HECTARE
SommergersteGemeiner Windhalm, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter13–29100 GRAM_PER_HECTARE
WintergersteGemeiner Windhalm, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter13–29100 GRAM_PER_HECTARE
SommerweichweizenGemeiner Windhalm, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter13–29100 GRAM_PER_HECTARE
WintergersteEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter10–2965 GRAM_PER_HECTARE
WinterroggenGemeiner Windhalm, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter13–29100 GRAM_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung mit Acupro im Getreide?

Der beste Anwendungszeitraum liegt im frühen Nachauflauf der Kulturen, idealerweise zwischen den BBCH-Stadien 10 (Erstblattentwicklung) und 29 (Ende der Bestockung). Zu diesem Zeitpunkt sind auch die meisten einjährigen zweikeimblättrigen Unkräuter und der Gemeine Windhalm noch klein und besonders empfindlich gegenüber den Wirkstoffen, was die höchste biologische Wirksamkeit garantiert.

Wie wirkt sich die Bodenfeuchtigkeit auf die Effektivität von Acupro aus?

Da der enthaltene Wirkstoff Diflufenican einen Wirkstofffilm auf der Bodenoberfläche bildet und vor allem über die Wurzeln und Hypokotyle auflaufender Unkräuter aufgenommen wird, ist eine ausreichende Bodenfeuchtigkeit sehr vorteilhaft. Bei feuchtem Boden wird der Wirkstoff besser gelöst und verteilt, was die Dauerwirkung gegen nachkeimende Schaderreger deutlich verbessert.

Kann ich Acupro auch in Sommergetreide einsetzen?

Ja, Acupro ist neben den wichtigen Wintergetreidearten auch für die Anwendung in Sommergerste und Sommerweichweizen zugelassen. Achte auch hier darauf, dass die Behandlung innerhalb des zugelassenen BBCH-Fensters (BBCH 10 bis 29) erfolgt, um eine optimale Kulturverträglichkeit und Unkrautwirkung zu erzielen.

Was muss ich beim Nachbau von Folgekulturen nach dem Einsatz von Acupro beachten?

Aufgrund der Bodenaktivität und der Persistenz von Diflufenican und Metsulfuron im Boden solltest du bei der Planung der Folgekulturen vorsichtig sein. Nach einer normalen Ernte von mit Acupro behandeltem Getreide können im Rahmen der üblichen Fruchtfolge meist problemlos Wintergetreide oder Raps nachgebaut werden. Bei vorzeitigem Umbruch der Kultur ist eine tiefe Bodenbearbeitung dringend zu empfehlen, um Wirkstoffrückstände im Boden zu verdünnen.

Wie finde ich im Agronomy-Hub weitere zugelassene Pflanzenschutzmittel gegen den Gemeinen Windhalm?

Du kannst im Hub ganz einfach nach dem Schaderreger 'Gemeiner Windhalm' suchen oder diesen in der Filterleiste auswählen. Dir werden dann alle für deine spezifische Kultur registrierten Pflanzenschutzmittel angezeigt. Du kannst die Ergebnisse zusätzlich nach Wirkstoffklassen oder Herstellern filtern, um die passende Alternative für deine Spritzfolge zu finden.

Warum ist die Kombination der beiden Wirkstoffe in Acupro so vorteilhaft?

Die Kombination aus Diflufenican und Metsulfuron vereint zwei völlig unterschiedliche Wirkungsmechanismen (Carotinoid-Biosynthese-Hemmung und ALS-Hemmung). Dies erweitert nicht nur das Wirkungsspektrum erheblich, sodass sowohl wichtige zweikeimblättrige Unkräuter als auch Windhalm sicher erfasst werden, sondern minimiert auch aktiv das Risiko von Resistenzbildungen bei den Schaderregern auf deinem Feld.